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DUO-Bus Prototyp (Batterie / Netz)
Dieser 1969 von Mercedes-Benz als Hybrid-Erprobungsfahrzeug gebaute O 302 wurde im Jahre 1974 zum ersten DUO-Bus Deutschlands umgebaut. Mit Beginn des Förderprojektes Anfang 1974 gab es den Begriff DUO-Bus allerdings noch nicht. Der 'Bus mit alternierender elektrischer Energiequelle' wurde als Vorstufe zur Entwicklung von Dual-mode-Bussen gesehen. Aus dem 'Programm Nahverkehrsforschung 1974-1978' des Bundesministeriums für Forschung und Technologie: Mit der Entwicklung geeigneter Energiespeicher kann auch der O-Bus (Oberleitungsbus) wieder an Bedeutung gewinnen, da er dann zeitweise von der Energiezufuhr unabhängig und damit in der Streckenführung flexibel wird. Auch diese Entwicklung stellt bereits einen Übergang zu neuartigen Nahverkehrssystemen (Dual-mode-Bus) dar. Der damalige parlamentarische Staatssekretär des BMFT, Esslinger Bundestagsabgeordnete und spätere Bundesforschungsminister Dr. Volker Hauff forcierte diese Entwicklung und schlug Esslingen für einen späteren Referenzbetrieb vor. Die Gründe für die Entwicklung des DUO-Antriebs lagen auf der Hand: Gezeichnet durch die Erdölkrise 1973 war man in Esslingen froh, ein elektrisch betriebenes Fahrzeug zu haben, hatten doch die meisten anderen deutschen Städte dieses Verkehrsmittel längst aufgegeben. Andererseits war man in der prekären Lage, überalterte Betriebsmittel zu besitzen, die in den nächsten Jahren dringend der Erneuerung bedurften. Der DUO-Bus stellte die Möglichkeit in Aussicht, den umweltfreundlichen elektrischen Betrieb auszudehnen, ohne teure Investitionen für die Streckenelektrifizierung ausgeben zu müssen. Für dieses Konzept interessierte sich auch die Industrie, nachdem seit etwa zehn Jahren zuvor in der BRD praktisch keine Obusse mehr gebaut wurden. Für Esslingen bedeutete die Aufnahme des DUO-Bus-Betriebes den Erhalt des Obus-Systems. Ich bin überzeugt davon, dass es ohne die Aussicht auf den DUO-Bus Anfang der Siebziger Jahre heute keinen Obus-Verkehr in Esslingen mehr gäbe. Mit Bundesmitteln gefördert, war man in den kommenden Jahren in der Lage, wenigstens teilweise den Fuhrpark zu erneuern. So stand also zur Durchführung des DUO-Bus-Versuchsbetriebes ein Erprobungsfahrzeug zur Verfügung, welches neben dem konventionellen oberleitungsgebundenen Betrieb auch fahrleitungsfreie Strecken mittels Traktionsbatterien befahren konnte. Beim DUO-Bus handelte es sich um eine Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft Robert Bosch GmbH (Antriebstechnik), Mercedes-Benz AG (Fahrzeugtechnik), und Dornier System GmbH (Stromabnehmer und Systemführung). Der Versuchsbetrieb wurde am 07. April 1975 aufgenommen und ab Dezember 1976 im Fahrgastverkehr fortgesetzt.
Prototyp-DUO-Bus an der Endhaltestelle Lerchenäcker, 1975 Aufnahme: SVE
Der Duo-Bus im Dienst einer Sonderfahrt der niederländischen NTV im März 1978 Foto: W. van der Plaats
Der Duo-Bus im hinteren Werkshof (Depotausfahrt) Foto: W. van der Plaats
Technische Daten:
Der Bus besaß zudem erstmals vollautomatische Stromabnehmer mit Führungsbügeln, die das programmierte Eindrahten an gewissen Haltestellen ohne Eindrahthilfe ermöglichten. Es konnte jedoch auch an jeder beliebigen Haltestelle manuell ferngesteuert eingedrahtet und natürlich automatisch ausgedrahtet werden. Vor Beginn des DUO-Bus Betriebes fanden Untersuchungen statt, ob nicht ein HS 160 OSL (16-23) zu diesem Zweck umgebaut werden könnte. Dies scheiterte jedoch am fehlenden Platz zum Aggregate-Einbau. Bis zu seiner Ausmusterung 1978 wurde er neben der Depothalle abgestellt, wo extra ein paar Meter Fahrleitung installiert wurden, um seine Batterien laden zu können. 1977/78 war der Prototyp, der nie eine Betriebsnummer erhielt, nur noch sehr selten im Einsatz.
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