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Presseauszüge
2002-heute |
| 2001
2. Halbjahr 2000
1. Halbjahr 2000
historisch |
| Eine
wichtige Informationsquelle dieser Homepage stellen die örtlichen
Zeitungen dar, die ständig über Nahverkehrsthemen im Kreis Esslingen berichten.
Die hier präsentierte Zusammenstellung von Presseberichten erhebt keinen
Anspruch auf Vollständigkeit. Es werden hier vorwiegend Artikel
wiedergegeben, die sich direkt oder indirekt mit dem Obus- und
Duo-Bus-Verkehr des Städtischen Verkehrsbetriebes Esslingen befassen.
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zu den Leserbriefen
(letzter Eintrag vom 14.02.2012)
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Esslinger Zeitung
18.05.2013 |
Stadt stellt
den Werkleiter frei
Artikel |
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Stuttgarter Zeitung
26.02.2013 |
Mögliche
Verlängerung nach Berkheim mit Batterie-Obussen
Artikel |
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gruene-esslingen
11.02.2013 |
Elektromobilität:
Förderzusage „TrolleyPlus“ für Esslingen
http://www.gruene-esslingen.de/gemeinderat/positionen/festoerweiterung-und-verkehrsknoten.html |
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Esslinger Zeitung
24.01.2013 |
Verkehrsbetrieb
auf dem Prüfstand
Artikel |
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Esslinger Zeitung
16.08.2012 |
Ausstellung 100
Jahre Nahverkehr noch bis Sonntag
EZ Service |
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Esslinger Zeitung
15.08.2012 |
Technik mit
Zukunftspotenzial
Blickpunkt: Oberleitungsbusse |
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Omnibus Revue
03.07.2012 |
Gemeinsam für
den Obus: Eberswalde, Esslingen und Solingen
http://www.omnibusrevue.de/gemeinsam-fuer-den-obus-declaration-for-electric-trolleybus-mobility-1129590.html
http://www.trolley-project.eu/ |
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Esslinger Zeitung
25.06.2012 |
100-jähriges
Jubiläum des SVE Fest der
Mobilität |
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Stuttgarter Zeitung
08.06.2011 |
Busverkehr in Esslingen
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.busverkehr-in-esslingen-zahl-der-schwarzfahrer-geht-zurueck.5de459bb-69db-47e3-a87c-5bafb19219b7.html |
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Stuttgarter Zeitung
02.11.2010 |
Seit 66 Jahren unter Strom
Oberleitungsbusse in Esslingen
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2691802_0_4244_-oberleitungsbusse-in-esslingen-seit-66-jahren-unter-strom.html
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Esslinger Zeitung
06.09.2010 |
Sonst schlägt's Funken
ESSLINGEN: Das Lenken eines O-Busses
erfordert viel Fingerspitzengefühl - Hilfsaggregat für Notfälle
http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel597802.cfm |
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Esslinger Zeitung
21.04.2010 |
Rollende Botschaft für den Klimaschutz
ESSLINGEN: Stadt startet Werbeaktion
mit einem eigenen Klima-O-Bus - Der soll die Bürger sensibilisieren und
motivieren
http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel543952.cfm |
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Esslinger Zeitung
10.07.2009 |
Die große Welt im Kleinformat
ESSLINGEN: Stadtmuseum zeigt einen
Miniatur-Oberleitungsbus der Firma Eheim
http://www.ez-online.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel444606.cfm |
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Esslinger Zeitung
01.07.2009 |
Mit noch mehr Qualität gegen das Defizit
ESSLINGEN: Verkehrsbetrieb stellt Jahresbilanz vor -
Verlust steigt auf 4,1 Millionen Euro
http://www.ez-online.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel441397.cfm |
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Stuttgarter Nachrichten
19.06.2009 |
Zukunft gehört dem Obus
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2096534_0_2013_-vorreiter-esslingen-baut-netz-aus-zukunft-gehoert-dem-o-bus.html |
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Esslinger Zeitung
19.06.2009 |
Das System der Zukunft
ESSLINGEN: Kongress im Neckar Forum beschäftigt sich
mit dem Elektrobus - Schiebel will O-Bus-Netz ausbauen
http://www.ez-online.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel437116.cfm |
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Esslinger Zeitung
03.01.2009 |
Fahrplan auf dem Prüfstand
ESSLINGEN: Neuer Chef will mehr Kunden für die Busse
gewinnen - Direkte Verbindung zum Flughafen als Nahziel
Der neue Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs
Esslingen (SVE) verfolgt ehrgeizige Ziele. Mickaél Pandion (45), der im
Herbst seine Arbeit aufgenommen hat, will die Fahrgastzahlen steigern und
die Wirtschaftlichkeit verbessern. Pandion hat Betriebswirtschaft mit dem
Schwerpunkt Verkehr studiert. Zuletzt war er als Planer bei einem
Verkehrsbetrieb in Darmstadt. Mit ihm sprach Hermann Dorn.
20 Prozent der Menschen, die in Esslingen mit
motorisierten Verkehrsmitteln unterwegs sind, entscheiden sich für den
Bus. 80 Prozent fahren mit dem Auto. Lässt sich der Anteil des
Öffentlichen Nahverkehrs noch steigern?
Pandion: Für eine Stadt, die auf Busse und Obusse setzt, ist das ein sehr
hoher Wert. Trotzdem strebe ich an, ihn auf 21 oder 22 Prozent zu erhöhen.
Das ist aber ein sehr ehrgeiziges Ziel.
Wo liegen die Chancen, neue Kunden für den Öffentlichen Nahverkehr zu
gewinnen?
Pandion: Ich setze auf einen attraktiveren Fahrplan. Noch handelt es sich
um erste Überlegungen. Aber wir werden alle Angebote auf den Prüfstand
stellen. Ich meine, dass der Fahrplan zu stark auf die S-Bahn ausgerichtet
ist. Hinter dem heutigen System steht die Vorstellung, dass die meisten
Fahrgäste auf die S-Bahn umsteigen. Das stimmt aber nicht. 70 Prozent der
Kunden erreichen mit dem Bus direkt ihr Ziel. Nur 30 Prozent steigen um.
Diese Faustregel gilt auch für Esslingen.
Die engere Verzahnung der Fahrpläne für Busse und S-Bahnen gilt als großer
Fortschritt der vergangenen Jahre. Stellen Sie ihn in Frage?
Pandion: Nein. Diese Abstimmung war im Prinzip richtig. Man darf aber
nicht den gesamten Fahrplan auf die S-Bahn ausrichten. Es gibt in der
Stadt einige Linien, deren Verlauf sich über weite Strecken kaum
unterscheidet. Heute erreichen und verlassen diese Busse den Bahnhof
nahezu gleichzeitig. Das führt dazu, dass unsere Kunden bei der An- oder
Abfahrt der S-Bahn oftmals zwischen zwei Buslinien wählen können, die in
zumutbarer Entfernung ihrer Wohnung verlaufen. Diesen Komfort leisten wir
uns um den Preis, dass zwischendurch eine Viertel- oder abends sogar eine
halbe Stunde gar nichts geht.
Was schlagen Sie vor?
Pandion: Soweit bin ich noch nicht. Wir müssen aber prüfen, ob wir
Abfahrtszeiten für Busse mit ähnlichen Zielen entzerren. Viele Fahrgäste
hätten dann den Vorteil, dass wir auch abends im Prinzip von einem 30- zu
einem 15-Minuten-Takt kommen. Das gilt allerdings mit der Einschränkung,
dass unsere Kunden mitunter auch die Buslinien benutzen, die nicht direkt
an ihrer Wohnung vorbeiführen.
Der Städtische Verkehrsbetrieb muss den Fahrplan mit vielen Partnern
abstimmen. Glauben Sie, dort offene Ohren zu finden?
Pandion: Das muss man sehen. Natürlich kann ich den privaten Busfirmen,
der END oder dem VVS nichts vorschreiben. Die Stadt Esslingen hat aber die
Aufgabe, sich um einen funktionierenden Verkehr zu bemühen. Ich setze
darauf, dass unsere Partner für überzeugende Argumente zugänglich sind.
Wie sieht die Zukunft der Buslinie aus, die von Esslingen zum Flughafen
führt?
Pandion: Wir wollen die Fahrzeit deutlich verkürzen. Sie beträgt heute 35
Minuten. Die Busse müssen ihre Ziele direkter ansteuern und weniger
Haltestellen bedienen. Dann dauert die Fahrt nur noch 25 Minuten. Dieses
Ziel möchte ich spätestens 2010 umsetzen.
Haben Sie weitere Ideen, wie Sie dem Öffentlichen Nahverkehr mehr
Rückenwind verleihen können?
Pandion: Vorstellen kann ich mir viel. An Silvester oder Fasching gibt es
nach Mitternacht den Bedarf nach zusätzlichen Angeboten. Das Problem ist,
dass wir uns mit dem Verkehrsverbund Stuttgart nur schwer über die
finanziellen Folgen verständigen können.
Ist der VVS ein Hemmschuh?
Pandion: Wenn es um Versuche geht, den Öffentlichen Nahverkehr
weiterzuentwickeln, trifft das zu. Wir müssen alle Kosten für zusätzliche
Angebote tragen. Die Einnahmen aus den Fahrscheinen wandern aber an den
VVS. Von diesem Geld sehen wir so gut wie nichts. Dieses Problem stellt
sich auch am Bahnhof. Die Stadt wertet diese Drehscheibe mit riesigem
Aufwand auf und eröffnet damit die Chance, mehr Fahrgäste für den
Öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Selbst wenn diese Rechnung aufgehen
sollte, wird der VVS aber kaum mehr Geld an uns überweisen.
Der Verkehrsbetrieb schafft es heute, 80 Prozent seiner Kosten zu
erwirtschaften. Der jährliche Verlust von knapp vier Millionen Euro wird
mit dem Ertrag aus einem städtischen Fonds gedeckt. Lässt sich der
Deckungsgrad noch steigern?
Pandion: Er ist heute schon ungewöhnlich hoch. Trotzdem werde ich
versuchen, ihn noch zu verbessern. Wir können versuchen, unsere Busse und
Mitarbeiter gezielter einzusetzen. Ich sage aber auch klar, dass es nicht
das Ziel sein kann, Leistungen zu reduzieren oder über eine Fremdfirma
schlecht bezahlte Busfahrer einzustellen.
Wie sieht es mit der Sicherheit in den Bussen aus?
Pandion : Wir werden die Kontrollen abends verstärken. Davon versprechen
wir uns ein besseres Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Die höheren
Einnahmen, die einschließlich der Verwarnungsgelder zu erzielen sind,
kassiert allerdings auch in diesem Fall der VVS.
Esslingen gehört zu den wenigen Städten, die auf Obusse setzen. Hat diese
Technik eine Zukunft?
Pandion: Als Fernziel kann ich mir einen Ausbau dieser Technik gut
vorstellen. Sie ist energiepolitisch sinnvoll, erzeugt weniger Lärm und
wirkt sich positiv auf die Luftqualität aus. Über neue Linien, auf denen
sich der Einsatz von Obussen anbietet, muss man noch nachdenken. |
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Esslinger Zeitung
04.07.2008 |
Dem Obus soll die Zukunft gehören
ESSLINGEN: Scheidender Werksleiter sieht Verkehrsbetrieb auf gutem Weg -
Mehr Qualität bei konstantem Defizit
Von Hermann Dorn
Wenn Rudolf Obenland in Kürze sein Büro im Städtischen
Verkehrsbetrieb (SVE) räumt und in Rente geht, nimmt er die Überzeugung
mit, dass die Weichen richtig gestellt sind. Dem Obus, an den er immer
geglaubt hat, sagt er eine große Zukunft voraus. Steigende Fahrgastzahlen
freuen ihn beim Abschied ebenso wie geordnete Finanzen. Nachdem seine
Verdienste um den Verkehrsbetrieb auf einem offiziellen Termin der Stadt
bereits gewürdigt worden sind, hat Obenland gestern zusammen mit
Finanzbürgermeister Bertram Schiebel noch einmal die Bilanz des
Unternehmens vorgestellt. Sie fällt aus Sicht der Verantwortlichen für
2007 ebenso positiv aus wie für Obenlands Wirken insgesamt. „Die Stadt
kann mit ihrem Verkehrsbetrieb sehr zufrieden sein“, befand Schiebel vor
der Presse. Dass das Defizit mit 3,6 Millionen Euro trotz steigender
Spritpreise, verbesserter Leistungen und geringerer Zuschüsse nahezu
konstant geblieben ist, wertet er als „Superergebnis“.
Wichtig ist dem Bürgermeister die Qualität. Stolz berichtet er, die
Fortschritte für die Fahrgäste seien mit Händen zu greifen. So hat der SVE
das Angebot auf den Linien 105 und 118 ausgebaut. Moderne Bildschirme
informieren die Fahrgäste mittlerweile in 14 Bussen über den Verlauf der
Linien und über die Haltestellen. Für bemerkenswert halten es Schiebel und
Obenland auch, dass es dank kräftiger Investitionen gelungen ist, die vor
zehn Jahren überalterte Busflotte einer Generalüberholung zu unterziehen.
Die Fahrzeuge sind heute durchschnittlich fünf Jahre alt. Zum Vergleich:
Bundesweit sind es sechs Jahre.Große Stücke
hält Obenland auf die Obusse. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum
Umweltschutz.“ Dass es ihm wegen der ungünstigen Großwetterlage nicht
vergönnt war, den Ausbau dieses Systems voranzutreiben, bedauert er.
„Leider genießt es in Deutschland bislang keine große Sympathie.“
Naheliegend wäre es aus seiner Sicht vor allem, die Oberleitung von
Zollberg nach Nellingen zu verlängern. Interessant fänden er und Schiebel
es grundsätzlich auch, die nördlichen Stadtteile einzubeziehen. Mit Blick
auf die Schweiz, Frankreich, England, USA und Osteuropa ist er aber
überzeugt, dass sich diese Technik auch in Deutschland früher oder später
durchsetzt.
Sehr gut entwickelt hat sich das Nacht-Taxi. „Ein richtiger Renner“, sagt
Obenland. 2007 haben 3200 Fahrgäste diesen Service genutzt, der am
Wochenende am Esslinger Bahnhof angeboten und vom SVE mit 4,48 Euro pro
Fahrt subventioniert wird. Im laufenden Jahr zeichnet sich bereits ab,
dass die bisherigen Höchstzahlen wieder deutlich übertroffen werden.
Das Zahlenmaterial für die Fahrgäste in den Bussen ist dagegen wenig
belastbar. Schiebel geht davon aus, dass 20 Prozent des gesamten Verkehrs
in Esslingen über dieses Angebot abgedeckt werden. „Die Tendenz ist
eindeutig steigend“, behauptet er. Noch kann er diese Einschätzung nicht
mit Daten belegen. Das soll sich aber ändern. „Wir arbeiten an einer
zuverlässigen Methode, um die Zahlen zu erfassen.“ |
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Esslinger Woche
09.05.2008 |
Bus gegen Schienenverkehr
Esslingen, red. Vor kurzem schilderte
Bürgermeister Bertram Schiebel vor der Presse die Lage des Öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV) in Esslingen. Der Umfragewert der kürzlich
durchgeführten Bürgerbefragung ergab die Note 2,26. „Das bescheinigt uns
ein gutes Angebot im öffentlichen Nahverkehr", so Schiebel. Aber der Wert
lasse sich noch verbessern.
Verbesserungen wünschen sich auch die Bürger, denn 11,8 Prozent der
Befragten sind dafür, den ÖPNV insbesondere in den Abend- und Nachtstunden
weiter auszubauen sowie die Attraktivität des Angebots zu verbessern.
Hoher Stellenwert
Der Nahverkehr in Esslingen habe einen hohen
Stellenwert, das sei auch am Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel im
gesamten motorisierten Verkehraufkommen erkennbar, zeige das Ergebnis
einer Verkehrsanalyse aus dem Jahr 2003. Diese habe ein gesamtes
motorisiertes Verkehrsaufkommen von 20,5 Prozent ergeben. Das sei ein
hervorragender Wert zumal diese Leistung mit Bussen erbracht werde, so
Schiebel.
Reifen versus Schienen
Dass derzeit bei der Überarbeitung des
Nahverkehrsplans des Landkreises der Schienenverkehr bevorzugt und das
Busangebot vernachlässigt werde, kann Schiebel nicht verstehen. Er rät von
einer Erweiterung des Schienennetzes ab, da die Beförderung von Personen
mit dem Bus effizienter und ökologischer erbracht werden könne. Der
Kohlendioxidausstoß beim Linienbus sei um 21 Prozent geringer als bei der
Eisenbahn. Esslingen setze schon seit Jahren auf den Betrieb von Obussen
und liefere damit einen positiven Beitrag zum Umweltschutz. Als
Qualitätsgewinn sieht Schiebel den Bau des Zentralen Omnibusbahnhofs. Nach
Fertigstellung des Projekts verspricht er sich verkürzte Wartezeiten und
direktere Verbindungen.
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Esslinger Zeitung
30.04.2008 / 01.05.2008 |
Schiebel sieht VVS auf dem falschen
Gleis ESSLINGEN: Bürgermeister will
Busanbindung weiter verbessern und kritisiert Bevorzugung des
Schienenverkehrs
Die Esslinger geben den
öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt gute Noten. Bei einer
Bürgerbefragung im Rahmen des Strategieprozesses ES 2027 bewerteten 68
Prozent der Befragten das Angebot als sehr gut oder gut. „Das beweist,
dass Nahverkehr auch mit Bussen erfolgreich sein kann", sagt
Finanzbürgermeister Bertram Schiebel und kritisiert, dass der
Nahverkehrsplan für den Landkreis vor allem auf den Ausbau des
Schienenverkehrs setzt.
von Kornelius Fritz
Der ÖPNV ist den Esslingern wichtig. Auf die Frage,
welche Themen sie anpacken würden, wenn sie Oberbürgermeister wären,
nannten 11,8 Prozent den Ausbau des Nahverkehrs. Damit steht das Thema auf
der Prioritätenliste der Bürger auf Platz 3, gleich hinter der
Verbesserung der Kinderbetreuung und dem Ausbau der Jugendeinrichtungen.
Die Botschaft ist im Esslinger Rathaus angekommen: „Wir bleiben nicht
stehen", verspricht Bertram Schiebel. Obwohl die Bürger den Nahverkehr in
der Stadt mit der Durchschnittsnote 2,26 insgesamt positiv bewerten, sieht
der Finanzbürgermeister noch Verbesserungsmöglichkeiten. Zum Beispiel auf
der Linie 104 nach Sirnau oder der 113 nach Berkheim: Auf beiden Strecken
fahren die Busse teilweise auf verschlungenen Wegen, der 113er fährt sogar
zwei verschiedene Routen: „Das ist natürlich nicht besonders attraktiv",
weiß Schiebel.
Auch bei den Taktzeiten und den Wartezeiten beim
Umsteigen könne manches noch besser werden, glaubt der
Finanzbürgermeister. Große Hoffnungen setzt er dabei auf den neuen
Busbahnhof, der voraussichtlich 2011 in Betrieb gehen soll. Weil dann die
Wege kürzer werden und die Fahrgäste beim Umsteigen keine Straße mehr
überqueren müssen, könnten die Anschlüsse dann noch einmal optimiert
werden, sagt der Bürgermeister und verspricht: „Wir kämpfen um jede
Sekunde." Weil allerdings fast jede Verbesserung mit zusätzlichen Kosten
verbunden ist, sieht es Schiebel mit Sorge, dass der neue Nahverkehrsplan,
den der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) für den Landkreis
Esslingen erarbeitet hat, in erster Linie auf einen Ausbau des
Schienenverkehrs setzt. „Ein Verbesserungspotenzial bei Bussen wird so gut
wie nicht aufgezeigt", lautet seine Kritik. Dabei liefere Esslingen den
Beweis dafür, dass ein gut ausgebautes Busnetz für die Bürger genauso
attraktiv sei. 95 Prozent der Esslinger wohnen nach Schiebels Angaben
höchstens 300 Meter von der nächsten Bushaltestelle entfernt, zu den
Hauptverkehrszeiten gelte auf allen wichtigen Linien ein
Viertelstundentakt. „Wir übertreffen damit alle Qualitätsanforderungen,
die im Nahverkehrsplan aufgeführt sind, bei weitem", betont Schiebel. Das
spiegele sich auch in der hohen Akzeptanz des ÖPNV wider: Mit einem Anteil
von 20,5 Prozent am gesamten innerstädtischen Verkehr liegt Esslingen über
dem Durchschnittswert im VVS und belegt unter den Städten im Landkreis den
Spitzenplatz. Und selbst unter ökologischen Gesichtspunkten sei der Bus
besser als sein Ruf, betont Schiebel und legt eine Energiebilanz vor,
wonach der CO2-Ausstoß bei einem Linienbus im Nahverkehr mit 75
Gramm pro Person und Kilometer deutlich unter dem der Bahn (95 Gramm)
liege. Die Ökobilanz des Esslinger Nahverkehrs fällt durch den Einsatz von
Oberleitungsbussen auf den Linien 101 und 118 sogar noch positiver aus.
Pro Jahr würden dadurch 460 Tonnen CO2 eingespart, berichtet
Rudolf Obenland, Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs (SVE).
Schiebel würde sich deshalb eine Erweiterung des Oberleitungsnetzes zum
Beispiel nach Nellingen wünschen. Doch das sei nicht möglich, solange der
Busverkehr in der Region das fünfte Rad am Wagen sei. |
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Esslinger Zeitung
28.11.2007 (Auszug) |
Mehr Busse im Einsatz
ESSLINGEN: Änderungen zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember
(cid) - Vom 9. Dezember an gibt es auf verschiedenen Esslinger Buslinien
Veränderungen. Wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und der
Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) mitteilen, fahren nach dem
Fahrplanwechsel teilweise mehr Busse oder die Abfahrtszeiten haben sich
geändert.
Buslinie 101
Zwischen Obertürkheim, Esslingen Bahnhof und Lerchenäcker fahren vom 9.
Dezember an mehr Busse. Der 15-Minuten-Takt auf der Stadtverkehrslinie 101
wird montags bis samstags bis 20 Uhr verlängert. Damit reagieren VVS und
SVE auf die längeren Ladenöffnungszeiten in Esslingen.
Buslinie 102/103
Auch zwischen Zell, Esslingen Bahnhof und Mettingen/Hedelfingen fahren
künftig mehr SVE-Busse. Im Spätverkehr (30-Minuten-Takt) werden montags
bis samstags und an Sonntagen ganztägig vier statt drei Busse der Linien
102/103 eingesetzt. Laut VVS wird dadurch die Fahrzeit im Spätverkehr
derjenigen während des Tages entsprechen. Es besteht dann am Bahnhof
Esslingen Richtung Oberesslingen-Zell wieder Anschluss zur S-Bahn S1. Wie
bei der Linie 101 wird der 15-Minuten-Takt bis etwa 20 Uhr verlängert.
Buslinie 105
Mehr Busse fahren vom Fahrplanwechsel an ebenso zwischen Esslingen Bahnhof
und Haltestelle Am Schönen Rain. Der 30-Minuten-Takt wird verdichtet. Von
10 bis 19 Uhr fahren die Busse künftig alle 20 Minuten. Damit reagieren
VVS und SVE auf steigende Fahrgastzahlen.
[...]
Buslinie 118
Zwischen dem Esslinger Bahnhof, der Pliensauvorstadt und dem Zollberg
fahren die Busse der Linie 118 künftig abends länger. So fahren die Busse
vom 9. Dezember an von Montag bis Samstag bis zur letzten Abfahrt um 21.57
Uhr zum Zollberg alle 30 Minuten. Seither fuhr der letzte Bus vom Bahnhof
Esslingen aus werktags um 18.53 Uhr und an Samstagen bereits um 16.13 Uhr
zum Zollberg.
[...]
Alle Änderungen zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember findet man auch im
Internet.
www.vvs.de
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Stuttgarter Zeitung
22.10.2007
Rubrik "Kreis Esslingen"
2 Artikel mit Abbildungen von Obus 218 und Obus
22 |
Der Elektroantriebler besitzt eine Zukunft
Esslinger „Obusse" gelten als klimafreundliche
Alternative
ESSLINGEN. Nur noch in drei
deutschen Städten sind Oberleitungsbusse in Betrieb. Eine davon ist
Esslingen. Galten die elektrifizierten Fahrzeuge auch hier schon als
Auslaufmodelle, werden sie inzwischen als Hoffnungsträger für den
Klimaschutz gehandelt.
Von Wolfgang Berger
Was hat Esslingen mit São Paulo, Peking, Teheran und
San Francisco gemeinsam? Den Oberleitungsbus. Während sich alle anderen
deutschen Städte von den Obussen verabschiedet haben, hält hierzulande
außer Solingen und Eberswalde nur noch die ehemalige freie Reichsstadt an
dem elektrisch angetriebenen Verkehrsmittel fest. Der Fuhrpark des
Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) umfasst zurzeit neun Obusse
vom Typ Van Hool AG300T. Die Niederflurgelenkbusse sind 18 Meter lang und
bieten 45 Sitz- und 98 Stehplätze. Diese Busse, auch Trolleys genannt,
bedienen seit dem Jahr 2002 die Neckarachse von Obertürkheim bis
Lerchenäcker (Linie 101) sowie die Strecke vom Bahnhof auf den Zollberg
(Linie 118). Insgesamt decken die Obusse eine Streckenlänge hin und zurück
von 30 Kilometern ab.
Für den SVE-Werkleiter Rudolf Obenland steht außer Frage, dass sich die
Oberleitungsbusse bewährt haben und dass sie auch in Zukunft
konkurrenzfähig sein werden. Dass bis in die späten 60er Jahre des
vergangenen Jahrhunderts etwa 60 deutsche Städte von Obussen auf
Straßenbahnen oder Dieselbusse umgestiegen sind - als Gründe wurden zu
hohe Kosten und eine zu geringe Flexibilität der Obusse angeführt -, ist
für Rudolf Obenland kein Grund, am Sinn des elektrifizierten Busbetriebs
zu zweifeln.
Obusse sind sauber und leise
Ein zentrales Argument für den Obus ist dessen
Umweltfreundlichkeit. Er verpestet die Luft nicht mit Abgasen und fährt
auch leiser als ein Dieselfahrzeug. Zwar muss auch der Strom erzeugt
werden, den ein Obus benötigt, laut Obenland ist dessen Ökobilanz
gleichwohl positiv, weil für die Erzeugung beispielsweise Wasserkraft
eingesetzt werden könne. „Die Obusse mit ihren klimaschonenden
Oberleitungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Stadt Esslingen
2006 mit dem 1. Preis im Klimaschutz in der Kategorie bis 100000 Einwohner
ausgezeichnet worden ist", behauptet Obenland. Dabei wird der Werkleiter
von einer Studie bestätigt, in der die Fachhochschule Köln eine Energie-,
Kosten- und Emissionsbilanz aufgestellt hat. Das Fazit lautet, dass
moderne Oberleitungsbusse „die Atmosphäre mit erheblich geringeren
Schadstoffen als eine gleichgelagerte Dieselbusflotte belasten". Dies
gelte insbesondere bei lokal emissionsfrei erzeugtem Strom. Die Obusse der
neuen Generation sind zudem in der Lage, wie elektrisch angetriebene
Schienenfahrzeuge auch, Bremsenergie in die Oberleitung rückzuspeisen.
Wenn ein Trolley also den Zollberg hinabfährt, könnte er Strom zurück ins
Netz einspeisen. Theoretisch. In der Praxis ist es so, dass die fünf
Einspeisepunkte in Esslingen dafür nicht die technischen Voraussetzungen
bieten.
Werkleiter sieht Ausbaupotenzial
In den Jahren 1992/1993 gab es in
Esslingen einen Versuch mit sogenannten Duobussen, Fahrzeuge, die
wahlweise mit Strom und mit Dieselkraft angetrieben werden können. Das
Forschungsprojekt wurde von Professor Helmut Förschner von der Esslinger
Fach-hochschule für Technik wissenschaftlich begleitet. Es zeigte sich
dabei, dass der Nutzen der Stromgewinnung minimal war. „Der Wirkungsgrad
lag im einstelligen Prozentbereich und war miserabel", erinnert sich
Förschner. Das Problem sei zum einen die Netzstruktur von Esslingen
gewesen, zum anderen habe es damals am Antriebskonzept der Duobusse
gehapert. Zur SVE-Flotte zählen zurzeit noch zwei Duobusse, die allerdings
schon zwölf Jahre auf dem Buckel haben.
Insgesamt ist der Esslinger Gemeinderat ein Befürworter des Obusses.
Zwischenzeitlich stand dessen Zukunft auf der Kippe. Als sich jedoch die
Kosten für einen Van-Hool-Bus von zunächst einer Million Euro auf dann 500
000 Euro pro Stück halbierten, schaltete das Gremium die Ampel auf Grün -
trotz der Wartungskosten von jährlich etwa 150000 Euro für das gesamte
Netz.
Für den Betrieb der Obusse eignet sich ein wechselhaftes Höhenprofil
besonders, weil sich dadurch das Rückspeisepotenzial erhöht. Zwar ist
Esslingen nicht so wellig wie Solingen, doch Obenland fallen auch hier
spontan drei Linien ein, die sich für eine Elektrifizierung eignen würden,
beispielsweise die Verlängerung der Linie 118 nach Ostfildern, oder auch
die Strecken zum Jägerhaus oder zu den nördlichen Stadtteilen RSKN. Doch
so einfach ist es nicht. Um die Oberleitungsinfrastruktur entsprechend
auszubauen, müsste laut Obenland „sehr viel Geld" in die Hand genommen
werden.
Als der Oberleitungsbus die Straßenbahn
verdrängte
Esslingen stellte Nahverkehrssystem 1944 um -
Entwicklung vor allem in den USA und Großbritannien forciert
ESSLINGEN. Oberleitungsbusse gehören
seit 1944 zum Esslinger Stadtbild. Sie ersetzten die „Eßlinger Städtische
Straßenbahn", die 1912 eingeweiht worden war. Die Geschichte der Obusse
beginnt allerdings schon im Jahr 1882 nahe Berlin.
Von Wolfgang Berger
Man schrieb das Jahr 1882. Auf dem Kurfürstendamm
von Halensee nahe Berlin wurde am 29. April der „Elektromote", der
weltweit erste und von Werner von Siemens entwickelte Oberleitungsbus auf
Jungfernfahrt geschickt. Der Strom wurde von einem achträdrigen
Kontaktwagen aus der Oberleitung gezogen, den der Elektromote als
Anhängsel dabei hatte. Die beiden Elektromotoren hatten eine Leistung von
jeweils 2,2 Kilowatt und wurden mit 550 Volt Gleichstrom betrieben. Zwar
wurde die 540 Meter lange Versuchsstrecke schon nach sechs Wochen
aufgegeben, die weitere Entwicklung der Oberleitungsbusse war nach dieser
Initialzündung aber nicht mehr aufzuhalten.
Einen Schub erfuhr der Elektroantriebler durch Max Schiemann. Der Dresdner
erfand zu Beginn des 20. Jahrhunderts das durch Federkraft angepresste
Kontaktstangensystem. Diese Technik zur Stromabnahme ist vom Prinzip her
auch heute noch gebräuchlich.
Am 24. Mai 1912 hielt die Elektrifizierung
schließlich in Esslingen Einzug. An diesem Tag wurde die erste
Straßenbahnlinie von Oberesslingen nach Obertürkheim eingeweiht. Eine
zweite Linie, vom Bahnhof zum Charlottenplatz über den Marktplatz,
Rathausplatz und die Küferstraße, wurde wenige Monate später in Betrieb
genommen. Der Fahrpreis für diese Strecke betrug damals übrigens fünf
Pfennige.
Währenddessen wurde die Entwicklung an den Oberleitungsbussen oder
Trolleys vor allem in den USA und in Großbritannien forciert. In den
Staaten, wo sich der Trolley besonderer Beliebtheit erfreute, wurde
schließlich ein Stromabnehmer konstruiert, der die Busse auf eine
Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde beschleunigte.
Nach einer Blütezeit geriet die Straßenbahn in Esslingen während des
Zweiten Weltkriegs in die Krise. Die Wartung der Betriebsanlagen erwies
sich zunehmend als schwierig, und so ersetzte Esslingen als erste Stadt in
Württemberg 1944 ihre Straßenbahn durch Oberleitungsbusse. Über den
Zollberg bis nach Nellingen und Denkendorf verkehrte die Straßenbahn
allerdings noch bis 1978. Drei Jahre zuvor hatte der Obus einen Bruder
bekommen, den sogenannten Duobus. Dieses Fahrzeug war als Antwort auf die
Ölkrise entwickelt worden. Wo die Oberleitung endete, konnten diese Busse
mit Hilfe einer eingebauten Batterie weiterfahren. Wie sich zeigte, hatten
die Batterien aber eine geringe Lebensdauer und waren wartungsintensiv.
Aus Kostengründen löste bei den Duobussen der Dieselantrieb die Batterien
ab. Während sich beispielsweise Genf unlängst mit 34
modernen Duobussen eingedeckt hat, sollen die verbliebenen zwei Hybride im
SVE Fuhrpark im kommenden Jahr aus dem Verkehr gezogen werden. Ob einer
davon denselben Weg geht wie das Fahrzeug mit der Betriebsnummer 22, wird
sich zeigen. Der 1962 gebaute Obus wurde abgemeldet, weil er bei der
Sicherheitsprüfung durchgefallen war. 2005 wurde er ins Straßenbahnmuseum
Zuffenhausen überführt.
Obus-Superlative
Weltweit verkehren zurzeit etwa 40000
Oberleitungsbusse. Die meisten davon sind auf russischen Straßen
unterwegs. In 89 Städten transportieren mehr als 14000 Fahrzeuge die
Menschen von A nach B. Viele dieser Fahrzeuge müssten aufgrund ihres
Zustands jedoch ausgetauscht werden. An der Spitze liegt Moskau mit 1600
Trolleys. Das älteste, durchgehend in Betrieb befindliche
Oberleitungsbusnetz der Welt befindet sich in Schanghai, es wurde 1914
eingeweiht. Die längste Linie verbindet auf der Halbinsel Krim die Städte
Simferopol und Jalta und führt durch eine reizvolle Landschaft. Die
Distanz beträgt 86,5 Kilometer. Der größte Obus ist der „lighTram3". Der
Doppelgelenkbus ist knapp 25 Meter lang und bietet Platz für mehr als 200
Passagiere. Der Riese mit einem Leergewicht von rund 26 Tonnen wird
insbesondere in Schweizer Städten eingesetzt. In Genf, Zürich, St. Gallen
und Luzern mussten wegen der Dimensionen die Haltestellen umgebaut werden.
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Esslinger Zeitung
19.10.2006 |
O-Bus ist wieder einsatzbereit
ESSLINGEN: Metaller aus dem Beruflichen
Ausbildungszentrum machen Oldie wieder bespielbar
(biz) - Jugendliche aus dem Beruflichen Ausbildungszentrum (BAZ) haben ihn
vor Jahren schon einmal bespielbar gemacht - jetzt haben engagierte
BAZ-Metaller den alten O-Bus auf dem Spielplatz am Bernhard-Denzel-Weg
einmal mehr vor dem Schrottplatz bewahrt. Sie haben den Boden des Oldies
wieder trittfest gemacht.
Aus Sicherheitsgründen hatte die Stadt im Sommer das Erkennungszeichen der
preisgekrönten Anlage auf der Flandernhöhe abgesperrt. Denn die
Unterkonstruktionen der Bus-Bodenplatten waren stellenweise so marode,
dass sie ausgetauscht werden mussten. "Vor allem Witterung und Vandalismus
hatten dem Gefährt arg zugesetzt", schreibt das Grünflächenamt in einer
Mitteilung. Scharfkantige Ecken standen den hohen Sicherheitsanforderungen
an einem Kinderspielplatz entgegen, ein stabiler Bauzaun riegelte den Bus
ab. Das BAZ in der Esslinger Urbanstraße stellte dann ein Team engagierter
Metaller in Ausbildung zur Verfügung, die sich um die Sanierung des Busses
kümmerten. Die Materialkosten von rund 1800 Euro hat das Grünflächenamt
übernommen, das auch noch einige kleinere Details, die der TÜV noch
bemängelt hatte, ausgebessert hat. Jugendliche aus dem BAZ hatten bereits
seinerzeit zu den Werkzeugen gegriffen, als es galt, den betagten O-Bus
als Treff für den Spielplatz auf der Flandernhöhe überhaupt erst fit zu
machen.
Mittlerweile ist der Bauzaun wieder weg und der Bus wieder zugänglich. Die
BAZler haben die Außenhaut neu gestaltet und werden noch in diesem Jahr in
einem zweiten Arbeitsgang den Innenraum etwas aufmöbeln und einige
einfache Sitzmöglichkeiten anbringen. Dann steht der Oldtimer als
witterungsgeschützter Aufenthaltsraum und Treffpunkt wieder bereit.
"Objekte wie der alte O-Bus sind einerseits identitätsstiftend für unsere
Spielplätze, andererseits ist die Aufrechterhaltung eines verkehrssicheren
Zustandes mit erheblichem Aufwand verbunden", so Grünflächenamtsleiter
Burkhard Nolte. Der Bus erfordere immer wieder Reparaturen. Umso mehr
freue man sich "über die stets kooperative Unterstützung und Hilfe" aus
dem BAZ. Sie komme direkt den Kindern und Jugendlichen vor Ort zugute.

Der ehemalige SVE-Obus 13
Foto: Bulgrin (EZ) |
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EWO / Filder Woche
29.09.2006 |
"Wir leben in Oberesslingen“
Städtischer Verkehrsbetrieb: Alleskönner Duo-Bus wird
durch die neue Generation 0-Bus ersetzt
Rudolf Obenland ist der Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs
Esslingen (SVE) und damit Herr über insgesamt 41 Fahrzeuge. Mit ihnen
befördert der Verkehrsbetrieb jährlich circa 9,2 Millionen Fahrgäste. Zum
Fuhrpark gehören 26 reine Dieselbusse, noch fünf Duo-Busse, die zwischen
Oberleitung und Dieselbetrieb wechseln können, neun Oberleitungs-busse und
ein Kleinbus. "Allerdings müssen wir den Fahrzeugbestand erhöhen, da die
Fachhochschule Esslingen und die Pädagogische Hochschule Esslingen
fusionierten und Studenten jetzt öfter zu den verschiedenen Gebäuden
pendeln müssen. "Die Standard-dieselbusse stammen zum Teil noch aus dem
Jahr 1992 und später und werden seit 2000 nach und nach durch die neuen
Citaro-Busse ersetzt. "Die neuen Busse sollen eine attraktive Alternative
zum Individualverkehr bieten", erläutert Rudolf Obenland. Die 13
Standardbusse verfügen bei etwa zwölf Metern Länge über 45 Sitzplätze und
54 Stehplätze. Die größeren Gelenkbusse haben 50 Sitzplätze und ca. 92
Stehplätze, mit 18 Metern Länge und drei Achsen eignen sie sich besonders
für hohes Fahrgastaufkommen, erklärt Obenland. Der neueste elektrisch
angetriebene Obus, ein Van-Hool-Gelenkbus mit Kiepe-Elektrik, wurde am 28.
Juni 2002 erstmals im Linienbetrieb (Linie 101 und 118) eingesetzt. Auf
fast 18 Metern Länge bietet er Platz für 45 Sitz-und 98 Stehplätze.
Alleskönner ,Duo-Bus' wird langsam außer Betrieb gehen
Der Duo-Bus kann sowohl innerhalb des Oberleitungsnetzes mit Strom sowie
mit einer anderen Antriebsart fahren. Anfang der siebziger Jahre wurde er
als Folge der Ölkrise im Rahmen eines Forschungsvorhabens des
Bundesministeriums für Forschung und Technologie entwickelt. Je nach
Bedarf konnten die ersten Duo-Busse von Oberleitung auf Batterieantrieb
wechseln. Umsteigen an der Endstation des Netzes war also nicht mehr
nötig. Durch den Batterieantrieb hoffte man zudem, auf den teuren Ausbau
des Oberleitungsnetzes verzichten zu können. "Der Duo-Bus sicherte den
Erhalt des Obus-Systems", weiß der Werkleiter. 1975 konnten die ersten
Busse ihren Betrieb aufnehmen. "Da sich der Batteriebetrieb wegen des
Wartungsaufwands und der kurzen Lebensdauer der Batterien sehr schnell als
zu teuer erwies, wurden die Duo-Busse weiterentwickelt und erhielten statt
der Batterie einen Dieselantrieb", so Obenland. "Ein moderner Duo-Bus
besitzt zwei voneinander getrennte Antriebe, den herkömmlichen
Dieselantrieb und den Elektroantrieb; mit rund 60 Sitz- und 90 Stehplätzen
kann er viele Passagiere zu ihrem Fahrziel befördern." Diese
Fahrzeuggeneration wurde Anfang 2002 durch den modernen Obus, der am
Anfang nur elektrisch betrieben wurde, Schritt für Schritt ersetzt.
Vorteile dieser neuen Obusgeneration seien unter anderem auch die
geringere Umweltbelastung und die günstige Motorcharakteristik mit hoher
kontinuierlicher Zug- und Bremskraft. "Ein weiterer Vorteil dieser Busse
ist, dass er sehr wenig Geräusche beim Halten, Anfahren und Fahren macht.
Es war beeindruckend, als mich einmal eine Frau im Bus gefragt hat, ob wir
denn schon fahren würden", erinnert sich der Werkleiter. Neben Solingen
und Eberswalde gehört Esslingen zu den drei Städten in Deutschland, die
noch O-Busse einsetzen. Im Ausland, beispielsweise in Salzburg, Zürich
oder Athen und in östlichen Ländern Europas seien Obusse weit verbreitet.
Für die Zukunft wünscht sich Rudolf Obenland noch mehr Obus-Verkehr als
Alternative auf den Straßen Esslingens. Den "Kostenstand" möchte er
außerdem so halten, wie er augenblicklich ist, "auch wenn man manche Dinge
nicht beeinflussen kann". Und ganz besonders stolz ist er auf seine
Mitarbeiter, "die wissen, was für einen verantwortungsvollen Beruf sie
ausführen". |
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Stuttgarter Zeitung 06..07.2006 |
Das Defizit ist ein hartnäckiger Fahrgast ▪
Oberleitungsbusse helfen Diesel sparen ▪
Beim Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen haben Mehrbelastungen zu Buche
geschlagen
ESSLINGEN. Trotz des Minuszeichens vor dem Betriebsergebnis des
vergangenen Jahres herrscht beim Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen
(SVE) keine Krisenstimmung. Im Gegenteil. Das kommunale
Nahverkehrsunternehmen setzt konsequent auf Leistungsverbesserungen.
Von Helmar M. Heger
Es hat Jahre gegeben, da sind den Mitgliedern des Esslinger Gemeinderats
angesichts des vom SVE eingefahrenen Defizits die Haare zu Berge
gestanden. 1993 beispielsweise musste die Stadt einen Abmangel von 7,9
Millionen Euro abdecken. Mittlerweile - das Defizit ist auf 3,5 Millionen
Euro im vergangenen Jahr gesunken - puffern Fondserträge die Miesen ab.
Die Anlage des Erlöses aus dem Verkauf der Neckarwerks-Aktien sorgt unter
anderem dafür, dass der städtische Haushalt den SVE nicht mehr
alimentieren muss. Wenigstens vorläufig noch. Das jetzt zu Buche
schlagende Defizit nähert sich einer Grenze, deren Überschreiten die Stadt
wieder zwingen könnte, zuzubuttern.
Deshalb, betont Finanzbürgermeister Bertram Schiebel, habe sich der SVE
nicht nur auf die qualitative Verbesserung des Leistungsangebots, sondern
auch auf die "Deckelung des Betriebsdefizits" konzentriert. Nicht
vorhersehbare finanzielle Mehrbelastungen hätten es nicht leicht gemacht,
den Verlust in bestimmten Grenzen zu halten. SVE-Werksleiter Rudolf
Obenland nennt in diesem Zusammenhang die gestiegenen Preise für
Dieselkraftstoff und höhere Fahrzeugmieten, die den Aufwand um 380 000
Euro in die Höhe getrieben hätten. Zusätzlichen Finanzaufwand haben auch
die Unterhaltung von über 300 Haltestellen, die Ausweitung von zwei Linien
für den Schulverkehr und die Stabilisierung der Linie 105 zum
Hochschulzentrum gefordert. Auch mutwillige Zerstörungen an Haltestellen
und Bussen belasten das Ergebnis. Der SVE musste für die Beseitigung der
Schäden 165 000 Euro hinlegen. Äußerst zufrieden zeigen sich Schiebel und
Obenland, dass es dem SVE gelungen ist, bei den Tarifverhandlungen im
vergangenen Jahr eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten zu
erzielen. Durch den von 2007 an gültigen Bezirkstarifvertrag Nahverkehr
Baden-Württemberg ist ein niedrigeres Lohnniveau für neue Mitarbeiter in
Sicht. Das werde es ermöglichen, hofft Schiebel, "zusätzliche Belastungen
durch Leistungsausweitungen auszugleichen".
Den Vergleich mit anderen kommunalen Nahverkehrsunternehmen braucht der
SVE nach Schiebels Meinung nicht zu scheuen. Mit einem Kostendeckungsgrad
von rund 80 Prozent rangieren die Esslinger acht Prozentpunkte über dem
Bundesdurchschnitt. Auch beim Wagenpark wird auf Modernisierung gesetzt.
Durch die Beschaffung von zwei Niederflurbussen wuchs der
Fahrzeugneubestand beim SVE auf 28 Busse. Das Durchschnittsalter der Busse
liegt inzwischen bei sechs Jahren. Obenland: "Damit liegen wir im
Kennzahlenvergleich sehr gut. Nach einer Studie des Verbandes Deutscher
Verkehrsunternehmen liegt das Durchschnittsalter zwischen sechs und acht
Jahren".
Die fünf Duobusse (Diesel-/Elektroantrieb) haben bald ausgedient.
Spätestens 2007 werden sie ausgemustert. "Sie rechnen sich nicht", sagt
Schiebel. Festgehalten wird dagegen am Nachttaxi, dessen Benutzung pro
Fahrgast mit etwa drei Euro subventioniert wird. Die Zahl der
Nachttaxikunden ist im Vorjahr auf über 1600 geklettert. Obenland: "Das
ist noch steigerungsfähig."
Von der Verjüngung der SVE-Busflotte sind auch die Oberleitungsbusse nicht
ausgenommen worden. Neun neue so genannte Obusse (Stückpreis eine Million
Euro) verkehren auf den Esslinger Tallinien. Der Einsatz der
umweltfreundlichen Elektrofahrzeuge (Obusse verkehren in Esslingen seit
1944) hilft dem SVE pro Jahr rund 200 000 Euro Ausgaben für
Dieseltreibstoff zu sparen. Im Schnitt werden auf den SVE-Linien und der
END-Strecke auf die östlichen Filder täglich rund 18 000 Fahrgäste
gezählt. Zusammen mit den Fahrzeugen der privaten Busbetreiber werden im
Esslinger Stadtgebiet pro Tag etwa 37 400 Fahrgäste befördert. Die Busse
des SVE legen im Jahr ungefähr 2,3 Millionen, die der Privaten rund 2,1
Millionen Kilometer zurück. Im Vergleich der Jahre 2004 und 2005 kann der
SVE eine gestiegene Verkehrsleistung verbuchen: Die Zahl der
Platzkilometer pro Einwohner ist von 850 auf 1036 geklettert. |
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Esslinger Zeitung 07./08.01.2006 |
Der Duo-Bus ist 2008 museumsreif
ESSLINGEN: Ein ehemals innovatives
Konzept ist in die Jahre gekommen - Dieselfahrzeuge sind auf dem Vormarsch
- von Christian Dörmann - [Kommentare in Klammern von R. Kiebler]
In Esslingen neigt sich eine Ära dem Ende zu, deren
Anfänge bis in das Jahr 1975 zurückreichen. Damals startete das vom
Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderte Vorhaben
"Duo-Bus", indem ein Dieselfahrzeug [Hybridbus] zu einem
Versuchsträger umgebaut wurde. Nach dem derzeitigen Stand der Planung wird
der letzte Esslinger Duo-Bus 2008 seine Fahrt ins Stuttgarter SSB-Museum
antreten.
Nicht zuletzt dem Einsatz des damaligen
Bundesforschungsministers Volker Hauff war es zu verdanken, dass Esslingen
zur Teststrecke für eine neue Technologie wurde: ein Bus, der sowohl über
einen Diesel- als auch über einen Elektromotor verfügte [zunächst
Batterie/Netz]. Dadurch konnte das Fahrzeug auch unabhängig von
Oberleitungen fahren. Begünstigt wurde die weitere Entwicklung damals von
der zweiten Ölkrise im Jahr 1979 und von dem Bestreben, sich ein Stück
weit aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu lösen. Aber auch der Umweltschutz
spielte bei den Überlegungen eine zentrale Rolle.
Zollberg als Teststrecke
Hauff, dessen Nähe zu Esslingen mit seiner Schulzeit
in der ehemaligen Reichsstadt zusammenhängt, stieß allerdings nicht nur
auf ungeteilten Beifall, als 1979 das Forschungsvorhaben "Vorbereitung und
Durchführung eines Duo-Bus-Referenzbetriebes in Esslingen a. N." anlief.
Dabei hatte sich die Strecke über den Zollberg ob der anspruchsvollen
Topographie als besonders geeignet herausgestellt, die neue Technologie
auf Herz und Nieren zu prüfen. Bis Ende 1977 [Feb. 1978] war dort
noch die Straßenbahn auf der Linie Esslinger
Bahnhof-Zollberg-Nellingen-Denkendorf gefahren.
"Vom Konzept her war der Duo-Bus sehr gut", sagt Rudolf Obenland,
Werksleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE). Doch
mittlerweile sei die Technik veraltet, die Fahrzeuge hätten ein sehr hohes
Gewicht - dennoch schwärmt Obenland von der "enormen Kraft" des
Elektromotors, die ein sehr komfortables Fahren ermögliche.
Die Duo-Bus-Technologie hat wesentlich zur Entwicklung der Infrastruktur
für die heutigen O-Busse beigetragen, bei denen es sich um reine
Elektro-Fahrzeuge handelt. Dabei war 2001 die Entscheidung im Gemeinderat,
auf einigen Linien auch künftig den Elektroantrieb zu nutzen, keineswegs
unumstritten. Es wurde über Gasantrieb diskutiert und selbst der Abriss
der alten Oberleitungen war im Gespräch. Rund fünf Millionen Euro hätte es
gekostet, die Oberleitungen und Masten abzubauen, was übrigens dem Betrag
entspricht, den der SVE inzwischen für neun neue O-Busse ausgegeben hat.
Tatsächlich blieben an der Stadt nur knapp vier Millionen Euro hängen, der
Rest kam über Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.
Von den ursprünglich 19 Duo-Bussen sind heute noch fünf in Betrieb und
bedienen teilweise schon im Wechsel mit Dieselfahrzeugen die Linien 101
(zwischen Lerchenäcker und Bahnhof Obertürkheim), 118 (Bahnhof
Esslingen-Zollberg), 119 (Bahnhof Esslingen-Denkendorf) und 120 (Bahnhof
Esslingen-Neuhausen). Der momentane Investitionsplan sieht vor, dass die
Zeit der Duo-Busse im Jahr 2008 endet. Jedes Fahrzeug hat bis zu seiner
Ausmusterung 13 bis 14 Jahre und rund eine Million Kilometer auf dem
"Buckel". Als Ersatz werden Dieselbusse angeschafft, denn an eine weitere
Elektrifizierung, etwa der Stecke nach Nellingen und Denkendorf, ist unter
den gegebenen finanziellen Verhältnissen nicht zu denken. Und so wird sich
der elektrische Betrieb mit O-Bussen auf die Linien 101 und 118
konzentrieren.
"O-Bus ist moderne Technologie"
Für Obenland stellt der O-Bus "eine absolut moderne
Technologie" dar und Beispiele aus anderen Städten und Ländern bestätigen
ihn in seiner Auffassung, wonach der O-Bus ein zukunftsträchtiges Konzept
darstellt. In Solingen sind mehr als 100 [40] solcher Fahrzeuge
unterwegs und auch in Eberswalde (Brandenburg), Deutschlands ältestem
O-Bus-Betrieb, setzt man weiterhin auf den Strom. Gleiches gilt für Städte
in der Schweiz, in Frankreich, Holland, Griechenland und in den meisten
ehemaligen Ostblock-Staaten.
[Abbildungen: Duo-Bus 305 am 01.06.1979 während
der Präsentation auf dem Marktplatz und Duo-Bus OE302 während einer
Präsentationsfahrt in Kaiserslautern] |
| Esslinger
Zeitung 19.02.2005 Rubrik
"Aufgeschnappt"
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Der Sonderfall Esslingen: Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Berliner
"Arbeitsgemeinschaft Blickpunkt Straßenbahn" (www.blickpunktstrab.net) ihren neuen Straßenbahnatlas. Da sie "durch elektrischen Antrieb und Spurabhängigkeit sehr nah mit der Straßenbahn verwandt sind", wie der Verein erläutert, nahm er darin auch den O-Bus mit auf. Somit fand Esslingen mit zwei Seiten Eingang in das knapp 300-seitige, von lauter Ehrenamtlichen minutiös recherchierte Werk.
Neben der Neckarstadt gibt es inzwischen nur noch zwei weitere deutsche Städte mit O-Bussen: Solingen und das brandenburgische Eberswalde. Alle anderen der früheren rund 70 Betriebe wurden eingestellt. Auch Österreich hat mit Linz, Innsbruck und Salzburg nur noch drei Betriebe vorzuweisen. Ganz anders in der Schweiz, dort sind es stolze 15: Deren umweltfreundliche Obusse fahren schließlich steuerfrei wie eine Straßenbahn. Aber für so etwas wäre unser Hans Eichel wohl kaum zu gewinnen.
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| Esslinger
Zeitung 30.08.2004
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Einziger Strombus ist seit 60 Jahren unterwegs
ES-Oberesslingen: Oberleitungsbus von Obertürkheim bietet besonderen
Fahrkomfort und schont die Umwelt
Obertürkheim ist umrahmt vom Melacturm und der Grabkapelle auf dem
Württemberg. Aber neben den historischen Bauten prägt auch ein ganz besonderes Verkehrsmittel das Stadtbild: der Oberleitungsbus. Das
strombetriebene Fahrzeug verbindet seit nunmehr 60 Jahren Obertürkheim und
Esslingen.
Von Alexander Müller
Der Oberleitungsbus hat eine große Tradition. 65 Städte und Gemeinden
setzten nach dem Krieg auf die Straßenbahn auf Rädern. Doch das Bild hat
sich gewandelt. Heute kurven die modernen Nachfolger nur noch in drei deutschen Städten: in Solingen, Eberswalde und eben in
Esslingen/Obertürkheim.
Die Idee war zum größten Teil aus der Not heraus geboren. Weite Teile der
Schienenstränge waren zerstört, weiß der stellvertretende Werkleiter des
Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE), Günther Veith. So wurde die
Idee des Oberleitungsbusses, liebevoll nur Obus genannt, geboren.
Aber nicht nur in der alten Reichsstadt, sondern auch in Stuttgart machten
sich die Experten Gedanken über eine Umstrukturierung des öffentlichen Nahverkehrs. Schon 1939 wurde die Straßenbahnlinie 2, die damals vom
Westbahnhof zum Frauenkopf führte, stillgelegt. Die Gleise wurden an anderer
Stelle benötigt. Man musste Stahl sparen, um Waffen zu bauen, erklärt Hans-Joachim Knupfer von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) den
Hintergrund. Auch die Strecke zur damaligen Endhaltestelle Charlottenbuche,
dem heutigen Birkenkopf, war außer Betrieb. Dort wurde 1939 ein Versuch mit
einem Obus gestartet. Schnell stellte sich aber heraus, dass das neue System
für Stuttgart letztlich kein Thema war, so Knupfer. Die Investition in das
teure Oberleitungsnetz wäre nicht wirtschaftlich gewesen. Sehr wohl aber für Esslingen. Vor der Wahl stehend, entschied man sich
damals für das neue Nahverkehrsmittel. Sie sind flexibler als ein starres Schienenfahrzeug, weiß Veith. Einmal am Haken, hat der Bus einen
seitlichen Spielraum von bis zu drei Metern, bis der Stromabnehmer den Kontakt verliert. Für Notfälle kann ein kleiner Dieselmotor kurze Strecken
überwinden, bis der Kontakt zur Oberleitung wiederhergestellt ist.
Am 10. Juli 1944 fiel der Startschuss. Heute sind insgesamt neun solcher
Busse im Einsatz: auf der Linie 101 von Obertürkheim nach Oberesslingen (Lerchenäcker) und vom Esslinger Bahnhof auf den Zollberg (Linie
118). Als Pendler zwischen den Stadtgrenzen ist der Obertürkheimer der einzige
strombetriebene Bus Stuttgarts. Die Fahrgäste heben vor allem den besonderen Komfort der Obusse hervor.
Unliebsame Schaltbewegungen und auch der Motorenlärm fallen weg. Leise und
gleichmäßig bewegt sich der Bus. Der Komfort ist vergleichbar mit einer S-Bahn, weiß Veith. Dabei sind die Obusse auch noch umweltschonend. Da der
Strom die Energie liefert, fallen die Abgase weg. Und die neue Generation der Obusse präsentiert sich als wahre Energiesparer: Der Verbrauch wurde von
3,7 auf zwei Kilowattstunden pro Kilometer gesenkt. Daher setzt der SVE weiter auf die Obusse. Die Zukunft ist gesichert. Da der Obus rechtlich als
Straßenbahn gilt, läuft die Betriebsgenehmigung bis ins Jahr 2024. Auch der
Umwelt zuliebe.
Denn der Obus ist trotz seiner betagten Technik aktueller denn je. Der
Verkehrsdino gewinnt in Zeiten der steigenden Spritpreise und des zunehmenden Treibhauseffekts wieder an Bedeutung. Das weiß man auch
in Stuttgart. Doch in der Landeshauptstadt geht man andere Wege. Die
Brennstoffzelle ist aus ökologischer Sicht die Zukunft des Nahverkehrs, so
Knupfer. Drei Busse mit dieser Antriebsart sind schon in Stuttgart unterwegs. Doch ihre
Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit muss die Brennstoffzelle im täglichen Test erst noch beweisen. Diesen Beweis hat der
Obus schon lange angetreten.
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| Stuttgarter
Zeitung 16.07.2004
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Esslinger Busse auf der Überholspur
Gutes ÖPNV-Angebot ist der Stadt 3,2 Millionen Euro wert - Kostendeckung
liegt bei 80 Prozent
Der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) hat seinen Betriebsverlust im
vergangenen Jahr auf gutem Niveau stabilisiert. Für rund vier Millionen gefahrene
Buskilometer hat die Stadt letztlich 3,2 Millionen Euro draufzahlen müssen.
Von Thomas Schorradt
Der Spagat zwischen Leistungsqualität und Kosten ist dem 150 Mitarbeiter zählenden Eigenbetrieb der Stadt damit nach Einschätzung des zuständigen
Bürgermeisters Bertram Schiebel wieder gelungen. "Der Verkehrsbetrieb
liefert, gemessen an den bundesweiten Vergleichszahlen, eine weit überdurchschnittliche Arbeit ab",
kommentierte Schiebel anlässlich der Bilanzpressekonferenz gestern das Betriebsergebnis. Das ist nicht immer so
gewesen. Noch zu Beginn der 90er Jahre hatte der Verkehrsbetrieb jährlich
ein Minus von rund 8,3 Millionen Euro eingefahren. Jetzt arbeitet der Betrieb mit einem Kostendeckungsgrad von rund 80 Prozent. Zum Vergleich: in
den alten Ländern decken die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf gerade mal
72 Prozent der Kosten, in den neuen Bundesländern gar nur 65 Prozent.
Der Städtische Verkehrsbetrieb selbst unterhält vor allem die Linien im Neckartal. Die
Talhänge werden von den Partnerunternehmen Schlienz, Schefenacker und Fischle
erschlossen, die allerdings auf Rechnung und unter Regie des SVE unterwegs sind.
Insgesamt haben die Esslinger Busse im vergangenen Jahr 4,3 Millionen Kilometer
zurückgelegt. 9,5 Millionen Fahrgäste, das sind täglich rund 35 000, haben das
öffentliche Beförderungsangebot, das ihnen von rund 100 Busfahrern gemacht wird,
wahrgenommen.
Eine der Hauptursachen für die günstige Kosten-Leistung-Bilanz ist nach Schiebels
Einschätzung die Stagnation bei den Personalkosten. Weniger Fehlzeiten und eine
Reduzierung der Überstunden habe hier die Tarifsteigerungen aufgefangen. Neue
Angebote, wie die kürzere Vertaktung der Linie 112 nach Wiflingshausen, gingen
dagegen immer ins Geld. "Allein dieser neue Takt kostet uns 120 000 Euro im Jahr",
sagt Schiebel. Trotzdem weiß er sich, was die Wertschätzung eines engmaschigen
Busnetzes angeht - für 90 Prozent aller Einwohner im SVE-Einzugsbereich liegt die
nächste Bushaltestelle weniger als drei Kilometer entfernt - mit Oberbürgermeister
Jürgen Zieger einig. "Ein guter öffentlicher Personennahverkehr ist ein
wichtiger Standortfaktor für Esslingen", zitiert Schiebel den Verwaltungschef.
Damit das so bleibt, will der SVE auch weiterhin in seinen Fuhrpark investieren. Laut
Werkleiter Rudolf Obenland sind im vergangenen Jahr fünf neue Niederflurbusse in
Betrieb gegangen. Im laufenden Jahr sollen noch einmal fünf, im kommenden dann
weitere zwei Wagen hinzukommen. Damit die neuen Fahrzeuge auch ordentlich durchstarten können, will die Stadt
demnächst ein 1,9 Millionen Euro teures Programm für die Busbeschleunigung
auflegen. Mit dem Geld, 1,6 Millionen Euro davon kommen aus dem Fördertopf
des Landes, werden 108 Ampelanlagen und 93 Busse mit einer eingebauten Vorfahrt für den öffentlichen Verkehr ausgerüstet.
"Die Beschleunigungsstreifen sind Voraussetzung für die Einführung des integralen
Taktfahrplans und sorgen dafür, dass die Busse pünktlicher und schneller ans
Ziel kommen", sagt Obenland.
Auf den großen Wurf des Esslinger Verkehrsgutachtens, auf einen neuen Zentralen
Omnibusbahnhof und den Umbau des gesamten Bahnhofsbereichs, muss die Esslinger Buskundschaft allerdings noch ein Weilchen warten.
"Ich bin ziemlich skeptisch, ob wir den Termin 2008 einhalten können", sagt Schiebel
- auch im Hinblick auf die in immer kürzeren Abständen zusammengestrichenen
öffentlichen Zuschüsse für Bauprojekte in dieser Größenordnung.
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| Stuttgarter
Zeitung 07.07.2004
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40 Arbeitsplätze von Esslingens Busfahrer bis 2015 gesichert
Der Vertrag zwischen den Esslinger Verkehrsbetrieben und der
Verkehrsgesellschaft END wird vorzeitig verlängert
von Kai Holoch
Für die Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen (SVE) ist es ein
Stück Planungssicherheit. Aber auch die Partner in der Verkehrsgesellschaft
Esslingen, Nellingen, Denkendorf (END) profitieren vom nun ausgehandelten Vertrag.
Der Name END, der für Esslingen, Nellingen und Denkendorf steht, weist weit
in die Vergangenheit. Als vor rund 80 Jahren die Verkehrsgesellschaft gegründet
wurde, hat noch niemand an Ostfildern gedacht. Heute haben in dem Verkehrsbetrieb, der sich um
den ÖPNV im östlichen Filderraum kümmert und der die Buslinien 119, 120, 121, 122
und 131 betreibt, auch andere ein Mitspracherecht. Die Stadt Esslingen hält mit 37,5
Prozent zwar die größten Anteile, aber wenn die anderen Partner - Ostfildern hält 25
Prozent, Neuhausen, Denkendorf und die SSB je 12,5 Prozent - nicht wollen, dann wird
es für Esslingen eng.
Deshalb ist Esslingens Finanzbürgermeister Bertram Schiebel auch hochzufrieden,
dass es bereits jetzt gelungen ist, den Ende 2007 auslaufenden Vertrag der
Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen mit der END bis zum Ende des Jahres
2015 zu verlängern. Zwar müssen die beteiligten Gemeinden noch im Laufe des Julis
zustimmen. Das wird aber wohl nur noch eine Formsache sein, zumal im END-Aufsichtsrat Vertreter aller
Kommunen sitzen und das Gremium einstimmig den neuen Vertrag befürwortet hat.
Der Vertrag ist für den SVE von zentraler Bedeutung. Denn während zwei Linien,
die 122 vom Flughafen nach Esslingen und die 131 von Esslingen zum Krankenhaus
nach Ruit, von privaten Anbietern betrieben werden, sind für die drei anderen
die SVE verantwortlich. Die Linie 119 verkehrt von Neuhausen über Nellingen
nach Esslingen, die 120 von Denkendorf über Nellingen ins Neckartal, und die 121
macht einen Schlenker durchs Körschtal. Rund 40 der 110 Busfahrer-Arbeitsplätze
der SVE hängen an dem Vertrag. Dazu kommen weitere Stellen in den Werkstätten
und in der Verwaltung. Hätte die END den Vertrag nicht verlängert, man wäre
in Esslingen um betriebsbedingte Kündigungen nicht herumgekommen.
Und ganz sicher war es nicht, dass die END auch in Zukunft auf die SVE als
Partner setzen würden. Denn der öffentliche Nahverkehr ist ein Zuschussgeschäft
- auch auf den östlichen Fildern. 500.000 Euro müssen die Gemeinden alljährlich
beisteuern, um das Angebot aufrechtzuerhalten. Private Anbieter, die ihre Nebenkosten bereits auf anderen
Linien abgedeckt haben, können solche Zusatzleistungen natürlich günstiger anbieten.
Doch zwei Dinge haben den END-Aufsichtsrat schließlich überzeugt. Zum einen
haben sich die SVE, wenn auch zähneknirschend, bereit erklärt, erhebliche
Kosteneinsparungen vorzunehmen - bis zum Jahr 2008 werden die Verkehrsbetriebe
auf eine Kostenanpassung, sprich eine Erhöhung des Zuschussbedarfs, verzichten.
Zum anderen hat ein Gutachten ergeben, dass, legt man eine Vollkostenrechnung,
also inklusive aller Nebenkosten, zu Grunde, das SVE-Angebot üblichen Marktpreisen
entspricht.
Ende des Jahres sollen die Verträge unterzeichnet werden. Bertram Schiebel
ist schon jetzt zufrieden: "Der neue Vertrag schafft Planungs- und Arbeitsplatzsicherheit." ´Zudem
wisse man nun in Esslingen, dass es sich auch weiterhin lohne, zu investieren und den
Fahrzeugpark zu verbessern.
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| Esslinger
Zeitung 29.06.2004
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In
Oberesslingen droht ein Verkehrschaos
ESSLINGEN:
Kanäle in der Schorndorfer Straße müssen erneuert werden - Baubeginn
Anfang 2005 geplant
Von
Kornelius Fritz
Verkehrsbehinderungen
und Staus sind in der Schorndorfer Straße in Oberesslingen an der
Tagesordnung. Spätestens Anfang nächsten Jahres dürfte sich die
Situation dort noch verschärfen. Weil die Abwasserkanäle marode sind,
muss die komplette Straße aufgerissen werden. Die Bauarbeiten werden nach
Einschätzung des Tiefbauamtes etwa neun Monate dauern.
Die
Schorndorfer Straße ist die wichtigste Verbindung zwischen Esslingen und
den Schurwaldgemeinden und gehört zu den meist befahrenen Straßen der
ganzen Stadt. An die 30 000 Fahrzeuge, darunter viele Lastwagen, rollen
hier täglich entlang. Außerdem wird die Strecke von mehreren Buslinien
befahren. "Die Straße schluckt den Verkehr schon jetzt nicht
mehr", klagt Gisela Arnold-Schäfer, Vorsitzende des Bürgerausschusses
Oberesslingen. Wie es dort zugehen wird, wenn in einigen Monaten die
Bagger anrollen, will sie sich gar nicht ausmalen: "Dann gibt es ein
Chaos."
Doch
das städtische Tiefbauamt hat keine Wahl, denn eine Untersuchung mit
ferngesteuerten Kameras hat gezeigt, dass die Kanäle an vielen Stellen
zerstört sind. "Wir sind gesetzlich verpflichtet, den Schaden
innerhalb von einem Jahr zu beheben, weil dort Abwasser in den Untergrund
fließt", erklärt Wolfgang Klaus, stellvertretender Leiter des
Tiefbauamtes. Die Kanäle sind hier fast 100 Jahre alt. Die Zerstörung
der Leitungen ist so massiv, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist:
Die Kanäle müssen deshalb komplett erneuert werden. Zu allem Überfluss
ist dies in der Schorndorfer Straße auch noch deutlich aufwändiger als
anderswo: Weil in der Mitte der Straße der verdolte Hainbach fließt,
gibt es hier nämlich nicht nur einen, sondern zwei getrennte Abwasserkanäle
- auf jeder Straßenseite einen. Das macht die Bauarbeiten langwierig und
teuer. Klaus rechnet mit neun Monaten Bauzeit und Kosten in Höhe von
einer Million Euro. Baubeginn soll Ende diesen oder Anfang nächsten
Jahres sein. Bis dahin muss dann auch geklärt sein, wie das drohende
Verkehrschaos verhindert werden soll. "Wir wollen, dass der Verkehr während
dieser Zeit auf zwei Fahrspuren weiterfließen kann", sagt Klaus. Um
Staus zu reduzieren, sollen die Arbeiten in mehreren Teilabschnitten
durchgeführt werden, außerdem sollen die Bauarbeiter nur außerhalb der
Hauptverkehrszeiten anrücken. Mit Hinweisschildern an der B 10 will man
zudem erreichen, dass Autofahrer, die zum Beispiel ins Remstal wollen, auf
andere Strecken ausweichen.
Auf
größere Behinderungen müssen sich die Verkehrsteilnehmer aber wohl in
jedem Fall einstellen. Auch deshalb, weil eine örtliche Umleitung kaum möglich
ist: In der näheren Umgebung gibt es nur Anwohnerstraßen, die große
Pendlerströme nicht verkraften würden. Außerdem ließe sich der
Busverkehr schon deshalb nicht verlegen, die Linie 101 mit Oberleitung fährt.
"Wenn die Busse dort nicht fahren könnten, sähen wir alt aus",
weiß Rudolf Obenland, Werksleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs; denn
eine Alternative zu den O-Bussen gebe es nicht. Doch es könnte gefährlich
werden, wenn direkt unter den Stromleitungen die Bagger arbeiten.
"Wenn wir Pech haben, müssen wir die Leitungen verlegen", befürchtet
Wolfgang Klaus. Diese Fragen müssen nun zunächst geklärt werden, im
August soll der Auftrag für die Arbeiten dann offiziell ausgeschrieben
werden.
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| Esslinger
Zeitung 20.04.2004 (Auszug)
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Planer verabschieden sich vom Busboulevard
Esslingen:
Auftakt für Ausbau der Neckarstraße
Von
Hermann Dorn
Von
einem Busboulevard ist keine Rede mehr, wenn morgen der Ausbau der
Neckarstraße beginnt. Zur neuen Bescheidenheit gehört, dass sich das
Tiefbauamt im Bereich des Parkhauses Pliensauturm mit einem Belag aus
Beton begnügt.
Im
Vorfeld der eigentlichen Arbeiten erneuern die Stadtwerke das gesamte
Leitungsnetz zwischen Sirnauer Straße und Fabrikstraße. Aus diesem Grund
bleibt die Neckarstraße in diesem Bereich ab Mittwoch für Busse
gesperrt. Ausnahmen bilden die Linien 101 und 118,
die mit Rücksicht auf die Oberleitungen nicht verlegt werden können.
Für Fahrgäste der übrigen Linien ergeben sich Änderungen.
Geschäfte
auf beiden Seiten der Neckarstraße (auch im Erdgeschoss des Parkhauses),
Flaneure, anspruchsvolle Gestaltung: So stellten sich die Planer vor zehn
Jahren die Zukunft der Neckarstraße im Bereich des Parkhauses vor. Ihre
ehrgeizigen Vorstellungen fassten sie unter dem Arbeitstitel Busboulevard
zusammen. Im aktuellen Haushalt, wo 320 000 Euro bereit stehen, taucht
dieser Begriff noch einmal auf. Das Tiefbauamt hat sich von dieser
Formulierung inzwischen aber verabschiedet. ,,Die aktuellen Pläne vermögen
den Anspruch, der mit diesem Titel verbunden ist, nicht mehr einzulösen",
erklärt die Sachbearbeiterin Michaela Braun die Entscheidung, nur noch
von der Neckarstraße zu sprechen.
Das
Konzept sieht für die künftige Haltestelle am Parkhaus einen Betonbelag
vor, der vor Ort eingebracht wird. Auf einer Rundfahrt durch das ganze
Land fand Michaela Braun heraus, dass nur diese Lösung dauerhafte
Festigkeit garantiert. Für die Gehwege, die einen ebenerdigen Ein- und
Ausstieg in die Busse ermöglichen, bereiten die Planer einen
Pflasterbelag vor.
Mit
dem Ausbau der Straße beugt das Rathaus der Gefahr vor, frühere Zuschüsse
für die Arbeiten in der Maillestraße an das Land zurückbezahlen zu müssen.
Eine weitere Verschiebung, wie sie im Gemeinderat zuletzt erwogen worden
war, hätte die Stadtkasse mit 60 000 Euro belastet. Versüßt wird das Ja
zu den neuen Belägen mit der Aussicht auf weitere Fördermittel in Höhe
von 25 000 Euro.
In
einem ersten Schritt verlegen die Stadtwerke ab morgen neue Wasser- und
Gasleitungen. Die Arbeiten, die in vier Etappen erfolgen, dauern zehn
Wochen. Im Anschluss beginnt der Ausbau der Straße.
Einschränkungen
für den Verkehr
Die
Neckarstraße ist ab morgen zwischen Vogelsang- und Einmündung in die
Ulmer Straße für Autos und Busse gesperrt. Die Haltestellen am Parkhaus
werden nur noch von den Linien 101 (nach Oberesslingen) und 118 (nach
Zollberg) bedient. Alle anderen Busse aus Richtung Bahnhof umfahren diesen
Bereich vorübergehend ohne Halt. Für die Linien in Richtung Bahnhof gibt
es in der Neckarstraße eine Ersatzhaltestelle (nach der Einmündung der
Pliensaustraße). Unverändert bedienen alle Linien die Haltestelle an der
Rampe zur Vogelsangbrücke.
Für
Autos erfolgt die Zufahrt zur Sirnauer Straße und Wehrneckarstraße nicht
mehr über die Neckarstraße. Ein Umbau der Verkehrsinsel ermöglicht eine
direkte Zu- und Ausfahrt. Für Fußgänger steht nur noch der Gehweg
entlang des Pliensauparkhauses zur Verfügung.
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| Esslinger
Zeitung 27.06.2003
|
Bester
Abschluss für Verkehrsbetrieb
ESSLINGEN:
Verlust sinkt auf Niveau von 1984
Von
Hermann Dorn
Der
Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) hat 2002 das beste Ergebnis
seit 1984 erzielt. Als wichtigste Kennzahl dient der Verlust. Er ist im
Vergleich mit dem Vorjahr noch einmal um 250 000 Euro gesunken und betrug
zuletzt noch 2,75 Millionen Euro. Ein zufriedener Bertram Schiebel erläuterte
gestern der Presse das Ergebnis für 2002. "Wir haben die Kosten im
Griff", stellte der Finanzbürgermeister fest, der für den öffentlichen
Nahverkehr zuständig ist. Niedrige Kosten für die Verwaltung erwiesen
sich beim Bemühen um einen guten Abschluss als hilfreich. Einen wichtigen
Beitrag lieferten die Verhandlungen mit der Gewerkschaft über die Frage,
wie der Tarifvertrag anzuwenden ist. Das Resultat beeinflusste die
Personalkosten günstig.
Der
jüngste Jahresabschluss ist in Schiebels Augen umso höher zu bewerten,
als er mit zusätzlichen Leistungen verbunden ist. Als Beispiel nannte er
das Nachttaxi, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. Mit einem neuen
Fahrplan reagierte das Unternehmen auch auf die Forderung, Mettingen, Brühl
und Weil besser zu bedienen. Fortschritte gibt es im Komfort für die 25
000 Fahrgäste, die täglich in die Busse steigen. Zuletzt leistete sich
der Verkehrsbetrieb neun neue Obusse.
Auch
in Zukunft unternimmt der Verkehrsbetrieb große Anstrengungen, den aus 40
Fahrzeugen bestehenden Fuhrpark zu modernisieren. Im laufenden Jahr
schickt Werkleiter Rudolf Obenland fünf neue Niederflurbusse auf die
Strecke. Im nächsten Jahr kommen fünf weitere hinzu. Die Investitionen
sorgen dafür, dass die Fahrgäste bequem in die Busse ein- und aussteigen
können. Elektronische Ansagen und Anzeigen informieren über
Haltestellen.
Schiebel
hob hervor, dass der Verkehrsbetrieb etwa 83 Prozent der Kosten selbst
deckt. "Ein hervorragendes Resultat", meinte er mit Blick auf
bundesweite Zahlen. Im Westen lag der Deckungsgrad durchschnittlich bei
71,4 Prozent, im Osten bei 64,4 Prozent, wobei diese Zahlen aus dem Jahr
2001 stammen. Nach diesem Vergleich stufte der Bürgermeister das jüngste
Defizit als unvermeidbar ein. Einnahmen der Stadt aus Beteiligungen ermöglichen
es, die Lücke ohne direkte Zuschüsse zu schließen.
In
Zukunft rechnet Schiebel mit steigenden Defiziten. "Die Vorschläge
eines Gutachtens für zusätzliche Leistungen sind mit neuen Kosten
verbunden", erklärte er und verwies auf die Absicht, die
Verbindungen noch besser auf den Fahrplan der S-Bahn abzustimmen. Große
Hoffnungen setzt er in den Umbau des Bahnhofplatzes. "Wenn die Busse
näher an den Bahnhof rücken, bringt das für den öffentlichen
Nahverkehr spürbare Fortschritte." Ein steigendes Defizit hält
Schiebel für vertretbar. "Verkehrspolitisch und ökologisch ist
unser Kurs richtig", erklärte er. Die finanziellen Folgen bereiten
ihm wenig Sorgen. Aus dem Verkauf der Neckarwerke-Aktien hat die Stadt
mehr als 30 Millionen Euro in einen Fonds gelenkt, mit dessen Erträgen
die Verluste des Verkehrsbetriebs dauerhaft ausgeglichen werden.
Festgehalten
wird am Nachttaxi, das seit dem Jahr 2000 mit 5600 Euro unterstützt
worden ist. Nach schleppendem Anlauf (108 Fahrgäste im ersten Jahr)
schnellten die Zahlen hoch. 2002 traten 685 Kunden mit dem Nachttaxi den
Heimweg an. 2003 setzt sich der Trend fort. Ende Mai wurde bereits das
Ergebnis des gesamten Vorjahrs erreicht.
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| Stuttgarter
Nachrichten 26.04.2003
(erschien auch in diversen anderen
regionalen Tageszeitungen) (siehe
auch Leserbrief in den StN vom 09.05.03)
|
Der
Bus am Haken
Die Trolleys prägen seit mehr als 60 Jahren das
Esslinger Stadtbild und schonen die Umwelt [Betriebseröffnung
am 10.07.1944]
Die Burg, die Stadtkirche und das alte Rathaus sind die Wahrzeichen
Esslingens. Doch mehr noch als die historischen Bauten prägt ein Kuriosum
das Stadtbild: der Oberleitungsbus. Waren es nach dem Krieg noch 65 Städte
und Gemeinden, die auf die "Straßenbahn mit Lenkrad" schworen,
so kurven die modernen Nachfolger heute nur noch durch Solingen,
Eberswalde - und seit 1939 [1944]
eben durch Esslingen.
Ein Saurier unter den modernen Nahverkehrsmitteln? Mitnichten. So setzt
die Schweiz noch immer flächendeckend auf die Busse am Haken, die
gemeinhin Trolley-Busse genannt werden, die Esslinger heißen sie schlicht
O-Busse.
Fährt der oder steht der? Eines der Markenzeichen der modernen
O-Bus-Generation ist der Fahrkomfort. Besucher staunen, wie geräuschlos
sich die O-Busse in Bewegung setzen, wundern sich über die Laufruhe und
ahnen dabei nur, dass auch die Umwelt profitiert, wenn nicht Diesel,
sondern Strom die Energie liefert.
Und Rudolf Obenland, Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs
Esslingen (SVE), nennt beeindruckende Werte: So konnte der Stromverbrauch
von 3,7 Kilowatt [kWh] pro Kilometer bei den alten Modellen auf jetzt 2,0
Kilowatt [kWh] oder weniger gesenkt werden. Ihr größtes Plus ist natürlich
die Luftreinhaltung. Neun solche Energiesparer sind in Esslingen auf zwei
Linien im Einsatz: auf der 101 von Obertürkheim nach Oberesslingen
(Lerchenäcker) und auf der 118 vom Bahnhof auf den Zollberg.
Vor wenigen Monaten [2000] hat sich Esslingen dafür entschieden, an dem System
festzuhalten. Nicht nur, weil mit dem Oberleitungsnetz die teure
Infrastruktur bereits vorhanden ist. Sondern auch, weil die Fahrgäste von
einem "Fahrkomfort wie in der S-Bahn" schwärmen. Busfahrer
Markus Weinberg kann das nur bestätigen: "Bezogen auf die
Niederflurtechnik einfach unschlagbar." Selbst ist er bekennender
O-Bus-Fan, auch wenn sich die "Kapitäne" einer zusätzlichen einwöchigen Schulung
unterziehen müssen, bevor es auf Tour geht. "Mit einem Auge ist der
Blick immer auf der Leitung", nennt er eine Anforderung an den
Fahrer. Denn an den Isolierstücken in den Weichen kann schon einmal
Funkenflug entstehen, der in den Lack nachfolgender Pkws Löcher brennen würde.
Am Haken ist natürlich die Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Maximal vier
Meter nach rechts oder links kann ein O-Bus unter der Oberleitung
ausscheren. Sonst klinken sich die Stromabnehmer aus, was zu einer
unfreiwilligen Unterbrechung der Fahrt führen würde. Für Notfälle verfügen
die modernen Gefährte aber über einen kleinen Dieselmotor:
"Damit man wenigstens noch runterkommt von der Kreuzung", sagt
Werkleiter Obenland.
Für den Fahrer geht's dann ans neuerliche Einklinken der Stromabnehmer,
was mit der inzwischen automatischen [manuellen]
Eindrahtung ein Kinderspiel ist, wenn der Wagen wirklich mittig
unter der Oberleitung steht. Wesentlich schwieriger gestaltete
sich dieser Vorgang bei den so genannten Duo-Bussen, die Esslingen
innerhalb der nächsten sechs bis sieben Jahre nach und nach vollends
ausmustert: Dabei mussten die Fühler teilweise
noch mit einer Stange eingeklinkt werden. Duo-Busse haben den Vorteil,
dass sie vom Oberleitungs- auf Dieselbetrieb umgestellt werden und somit
überall betrieben werden können. Sie sind mit einem Preis von einer
Million Euro aber teuer und gelten als anfällig.
Mit den O-Bussen kam Esslingen deutlich günstiger weg: Der SVE klinkte
sich in eine große Lieferung ein (Athen hat für die Olympischen
Spiele 135 Oberleitungsbusse desselben Typs bestellt) und kam
damit auf einen Stückpreis von 550.000 Euro. Mit einkalkuliert werden
muss bei dieser Rechnung auch die extreme Langlebigkeit der Trolleys: 15
Jahre mindestens werden ihnen zugebilligt, die Vorgänger hielten mehr als
20 Jahre, bis das Chassis durchgerostet war. Schließlich ist die
Drehstromtechnik der Motoren "absolut ohne Verschleiß", sagt
Rudolf Obenland.
100 Jahre ist es her, dass im früheren Königsberg (Ostpreußen)
die ersten Oberleitungsbusse auf einer Strecke von 2,8 Kilometern
eingesetzt wurden. [gemeint ist die 1901
eröffnete Strecke in Königstein (Bielathalbahn)]. Die Esslinger haben sich
seit 1939 [1944] an das Bild
gewöhnt. Der O-Bus hat Geschichte.
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| Esslinger
Zeitung
12.12.2002
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Schwarz beflaggt zur letzten Fahrt auf die Filder
KREIS ESSLINGEN: Stadtmuseum erinnert in einer Ausstellung an die END-Straßenbahn - Museums-Team sucht Zeitzeugen und Objekte
Von Dagmar Weinberg
Genau ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seitdem die Straßenbahn Esslingen-Nellingen-Denkendorf (END) zu ihrer letzten Fahrt aufbrach. Nun soll die Pendlerbahn im Stadtmuseum ein Comeback feiern, und das Museums-Team sucht Fotos, Objekte und vor allem auch Menschen, die sich an die legendäre Bahn erinnern.
Zur Legende wurden die in Türkis und Weiß gestrichenen Wagen nicht zuletzt wegen der Strecke, die sie auf die Filder zurücklegten. Von Esslingen aus ging es über die Pliensaubrücke den Zollberg hinauf. "Diese Steigung und die vielen Kurven waren schon etwas Besonderes", berichtet Christian Rilling. Der studierte Historiker und Soziologe ist Volontär in den Esslinger Museen und bereitet die END-Schau vor, die Ende März im Gelben Haus am Hafenmarkt eröffnet werden soll.
Freilich hat er sich auch in die Historie der Straßenbahn vertieft und herausgefunden, dass die Idee, Esslingen und die Filder per Schienen miteinander zu verbinden, bereits Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurde. Nicht nur die Esslinger Händler waren daran interessiert. Vor allem für die Arbeiter, die in der Neckarstadt ihr Brot verdienten, aber in den Fildergemeinden wohnten, sollte die Bahn von Nutzen sein. Der Erste Weltkrieg zerschlug dann aber alle Pläne. So startete der Filder-Express - nachdem eine Rampe auf die Pliensaubrücke gebaut worden war - 1926 zu ihrer Jungfernfahrt nach Denkendorf. Drei Jahre später wurde die Strecke bis Neuhausen erweitert. Die Wagen wurden übrigens von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut. Ein letzter Wagen fährt heute noch bei der Rittner-Bahn in Südtirol.
Ende der 60er Jahre wurde immer mal wieder die Forderung laut, die Straßenbahn aufs Abstellgleis zu schieben, "weil sie sich nicht mehr lohnte". Doch die Ölkrise 1973/74 verschaffte der Pendlerbahn eine Galgenfrist. In der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1978 kam dann aber das Aus. "Man hat mir erzählt, dass die Straßenbahn bei ihrer letzten Fahrt mit schwarzen Wimpeln und Fähnchen geschmückt war", berichtet der Museumsvolontär. Wer sich damals ein Stück des Trauerflors gesichert und es bis heute aufbewahrt hat, ist dem Museums-Team ebenso willkommen wie all jene, die mit Geschichten und Anekdoten zur Ausstellung beitragen können. "Wir suchen auch Fahrkarten, Schilder von Haltestellen, Fotos, Fahrpläne oder auch Teile der Innenausstattung." Mitunter schlummern in Fotoalben noch Bilder der letzten Fahrt der END. Denn die Eßlinger Zeitung lobte unter dem Motto "Wer schoss das originellste Abschiedsfoto?" einen Wettbewerb aus.
Interessiert ist Christian Rilling auch an allem rund um die Aktion " Roter Punkt". Nachdem die END 1971 als erste Verkehrsgesellschaft in der Region die Preise erhöht hatte, gingen die Schüler auf die Straße und blockierten sogar die Straßenbahn.
Wer etwas zum Gelingen der Ausstellung beitragen kann, sollte sich im Stadtmuseum, Hafenmarkt 7, 73728 Esslingen, 07 11/35 12-32 40 melden. Das Museum ist auch per E-Mail zu erreichen:
museen@esslingen.de

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Im
Frühjahr 1978 wurde die END-Straßenbahn aufs Abstellgleis
geschoben Foto: R. Maggi
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| Stuttgarter
Nachrichten
01.08.2002
|
Esslingen kauft neue O-Busse
Kostendeckungsgrad im ÖPNV überdurchschnittlich
Esslingen - Der städtische Verkehrsbetrieb (SVE) kommt immer mehr aus den roten Zahlen heraus - und das bei besseren Leistungen. Der
Kostendeckungsgrad liegt in Esslingen bei 81 Prozent, im bundesweiten Durchschnitt sind es nur 69 Prozent.
VON ANNETTE MOHL
"Darauf sind wir stolz", sagt Finanzbürgermeister Bertram Schiebel, der verantwortlich ist für den SVE. Weitere Sparmaßnahmen seien allerdings
fürs kommende Jahr nicht geplant: "Wir wollen das Minus bei 3,3 Millionen Euro einfrieren." Zehn Jahre vorher, 1993, lag der
Zuschussbedarf noch bei 6,2 Millionen Euro.
Schiebel und OB Jürgen Zieger verlieren bei aller Sparpolitik den volkswirtschaftlichen Nutzen des Nahverkehrs nicht aus den Augen. So
wurde die Linie 102 nach Mettingen verlängert, wohlwissend, dass sie sich niemals rechnen werde. Und auch die
Verbesserung des Taktes nach Wiflingshausen oder der Linie 108 lässt die Kosten eher klettern. Beide
Maßnahmen sind aber Voraussetzung für die Umsetzung des neuen
Verkehrskonzeptes mit dem Dreh- und Angelpunkt am Bahnhof. Dort wechseln schon heute täglich 30 000 Fahrgäste das Verkehrsmittel. Wenn 2007
schließlich der so genannte integrale Taktfahrplan in Kraft tritt, sollen zehn Prozent neue Nahverkehrsnutzer
hinzugewonnen werden. Um das Konzept mit regelmäßigen und festen Abfahrtszeiten auf allen Linien und
direkten Anschlüssen zwischen Bahn und Bus realisieren zu können, sind bereits im Vorfeld Veränderungen nötig. Darunter fallen neue
Ampelschaltungen, über die die Busse bevorrechtigt sind, Wendemöglichkeiten und zusätzliche Fahrscheinautomaten. All diese
Maßnahmen werden in den kommenden Jahren sukzessive realisiert, um nach Fertigstellung des neuen zentralen Omnibusbahnhofs "ungebremst
durchstarten" (Schiebel) zu können.
Festhalten will Esslingen in seinem 40 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark an den Oberleitungsbussen: "Die Infrastruktur ist da", begründet
SVE-Werkleiter Rudolf Obenland die Entscheidung. Die wenig umweltfreundlichen Duo-Busse, die den Wechsel von Oberleitung auf
Dieselbetrieb erlauben, werden jedoch nach und nach abgeschafft. Bis Ende 2002 sollen auf den Linien 101 (Oberesslingen-Obertürkheim) und 118 (Esslingen-Zollberg) neun neue
Trolleybusse statt der alten Duo-Busse
verkehren.
Beste Erfahrung hat Esslingen mit dem in den Fahrplan integrierten Nachttaxi gemacht. Zwar wird jede Fahrt mit 3,2 Euro subventioniert, der
erfreuliche Anstieg der Passagiere passt aber durchaus ins Konzept, insgesamt mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu begeistern.
Im Jahr 2000 machten von diesem Service noch 108 Personen Gebrauch, 2001 410 Menschen. Legt man die erste Halbjahresbilanz für 2002 zu Grunde,
werden dieses Jahr über 500 Personen das Nachttaxi nutzen.
|
| Esslinger
Zeitung 31.07.2002
|
Städtischer Verkehrsbetrieb zieht für 2001 positive Bilanz
ESSLINGEN: Mit drei Millionen Euro wurde weniger Verlust als in vergangenen Jahren gemacht - Kostendeckung über Bundesdurchschnitt
Von Petra Pauli
Auch wenn es zunächst paradox klingen mag: Mit einem Defizit von drei
Millionen Euro legt der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) eine erfreuliche Bilanz für das Jahr 2001 vor. Der Verlust des Vorjahrs wurde
weiter verringert.
Ein Zuschussbetrieb wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wahrscheinlich immer bleiben. Neben dem betriebswirtschaftlichen Optimum
gebe es eben auch den volkswirtschaftlichen Nutzen, so der für Verkehr zuständige Bürgermeister Bertram Schiebel, der sich stolz zeigte über
die SVE-Bilanz des vergangenen Jahres. Der Stadt sei daran gelegen, dass Bürger mobil seien, dass es ein möglichst dichtes ÖPNV-Netz gebe. Das
heißt: Strecken werden angefahren, die sich oft unter keinen Gesichtspunkten rechnen. "Es wäre kurzsichtig, die Kosten des ÖPNV
isoliert zu betrachten. Der volkswirtschaftliche Nutzen von weniger Lärm- und Umweltbelastung durch weniger Individualverkehr muss den
Kosten gegenüber gestellt werden", so Schiebel. Die Kritik der vergangenen Jahre am Verkehrsbetrieb ist indes verstummt. "Wir sind voll
konkurrenzfähig." Erstmals wurde jetzt die anvisierte Marke von drei Millionen Euro erreicht. Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren den
Zuschuss auf diesem Niveau zu halten.
Der unternehmerische Spielraum des Verkehrsbetriebs ist gering. An der Einnahmenseite gibt es bis auf weiteres nichts zu rütteln, denn die ist
fix, weil vertraglich mit dem Verbund Region Stuttgart festgelegt. Die Stadt wird also noch nicht davon profitieren, dass, so die Erfahrung von
Rudolf Obenland, Werkleiter der SVE, "der ÖPNV immer besser angenommen wird". Gespart werden kann nur bei den Kosten. Positiv schlug unter
anderem zu Buche, dass die Linie 114 (Aichwald/Aichschieß) aus dem SVE-Betrieb herausgelöst werden konnte. Mit einem Kostendeckungsgrad von
gut 80 Prozent liegt die SVE deutlich über dem Bundesdurchschnitt (68,8 Prozent).
Doch auch das beste Ergebnis sagt wenig aus, wenn nicht auch die Gegenleistung betrachtet wird. Und auch hier sieht sich die SVE auf
einem sehr guten Weg: Die 40 Fahrzeuge umfassende Flotte wird weiter verjüngt und modernisiert. So sollen bis Jahresende alle neun neuen
Oberleitungsbusse im Einsatz sein, 3,5 Millionen Euro wurden dafür investiert. Sie versprechen nicht ein bequemeres Ein- und Aussteigen,
können dazu auch abgesenkt werden und haben an der Tür eine eingebaute Rollstuhl- und
Kinderwagenrampe. Neu ist auch die Fahrgastinformation: Eine Frauenstimme und Anzeigetafeln informieren über die nächste
Haltestelle. Wenigstens die Ansage soll auch in weiteren Bussen nachgerüstet werden.
Ein Service des Verkehrsbetriebs ist auch das Nachttaxi, mit dem die Lücke im Fahrplan zwischen 0.30 und 4.30 Uhr geschlossen werden soll.
Inzwischen wird das Taxi angenommen, 410 Personen wurden 2001 befördert, das Jahr davor waren es noch 108. Jede Fahrt wird mit 3,20 Euro
subventioniert.
Der Stadtverkehr soll auch konzeptionell weiterentwickelt werden. Grundlage soll wie berichtet ein Verkehrsgutachten sein, dessen
Umsetzung bis 2007 weitere Verbesserungen mit sich bringen soll. Dazu gehört beispielsweise der Ausbau weiterer Busspuren, Ampelregelungen,
die Bussen Vorrang einräumen und zuletzt auch die Umgestaltung des Zentralen Busbahnhofes. Der Plan, wie das Gutachten konkret umgesetzt
wird, soll bis Ende 2002 stehen. Verbesserungen soll es bei den Linien
112 (Wiflingshausen) und 108 (Hegensberg) aber bereits Anfang 2003 geben. Die Zahl der Fahrten wird erhöht und fester Takt eingeführt.
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| Esslinger
Zeitung 12.06.2002
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Das neueste Pferd im Stall kann auch sprechen
ESSLINGEN: Verkehrsbetrieb schickt erstes Exemplar der neuen Obus-Generation auf den Weg
(biz) - Es ist noch gar nicht so
lange her, da wollte manch einer das Totenglöcklein für die Esslinger
Obusse läuten. Schnee von vorgestern. Gestern hat der Städtische
Verkehrsbetrieb sein neuestes Exemplar der neuesten Trolley-Generation
präsentiert: Der Obus AG 300 T der belgischen Firma Van Hool mit der
Elektrik der Firma Kiepe ist der erste von neun brandneuen Trolleys mit
Rampe und Stimme für die Neckarstadt.
Das jüngste Pferd im Fuhrpark des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) ist ein 340 PS starker Trolley-Gelenkbus, dessen Drehstrom-Asynchronmotor an der zweiten Achse dieses Niederflurbusses sitzt. Der SVE hat gestern das erste von neun bestellten Exemplaren der neuesten Obus-Generation auf den Weg geschickt.
Als "Pressekonferenz, Festakt und Liebeserklärung an den Öffentlichen Personennahverkehr zugleich" skizzierte Oberbürgermeister Jürgen Zieger die offizielle Präsentation des ersten AG 300 T, der gestern im SVE-Betriebshof auf seine Esslinger Jungfernfahrt wartete. Acht weitere Busse dieses Typs der belgischen Firma Van
Hool werden in diesem Jahr noch folgen, versprach Thomas Weber von der Firma Kiepe, der elektrischen Ausrüsterin der neuen Busse.
Mit den sieben Citaros - das sind Mercedes-Gelenk-Dieselbusse, die der SVE seit dem Jahr 2000 angeschafft hat - und den neun neuen Trolley-Gelenkbussen kommt der SVE-Fuhrpark dann am Ende dieses Jahres auf 16 neue Niederflurbusse und insgesamt auf 48 Fahrzeuge. Längst vorbei also die Zeiten, in denen der Verkehrsbetrieb das Lieblingsprügelkind in Esslingen" war, freute sich Zieger und hoffte darauf, bald auch mit der Umsetzung des Busgutachtens zum Quantensprung in der Beförderungsqualität" mit dem "integrierten Taktverkehr" ansetzen zu können.
Jeder Trolley kostet rund 533.000 Euro. Nach Abzug der Landeszuschüsse bleiben beim SVE immerhin noch 397.000 Euro pro Bus hängen. Doch das Geld ist aus Sicht der Verantwortlichen in Umweltfreundlichkeit, Kundenservice, Attraktivität
und Wirtschaftlichkeit des Esslinger ÖPNV gut angelegt. "Ein Betrieb, der nicht mehr investiert, stirbt", erinnerte denn auch Finanzbürgermeister und "ÖPNV-Fan" Bertram Schiebel an die Diskussionen ums Thema SVE Ende der neunziger Jahre. 1999 kam dann die Wende - und, mit ihr letztlich nach dem dicken Fragezeichen auch ein klares Bekenntnis zum Obus: SVE-Chef Rudolf Obenland konnte gestern im Betriebshof auf Exemplare aus vier Busgenerationen mit Oberleitungen verweisen. Im Gegensatz zu den Duo-Bussen der dritten Generation steht den neuen Trolleys nur ein Turbo-Diesel-Motor für den Notfall zur Verfügung. Doch: "Der Obus ist kein sterbender Schwan, sondern ein Produkt, das zukunftsfähig ist", unterstreicht auch Weber das Festhalten an der Oberleitung. Auf Bundesgebiet praktizieren es außer Esslingen noch Solingen und Eberswalde. Und man verhandle derzeit mit weiteren Städten. In Salzburg, vor allem aber in der Schweiz seien die Trolleys stark vertreten. "Und wir rüsten zu den Olympischen Spielen komplett Athen aus".
Die knapp 18 Meter langen, zweieinhalb Meter breiten und dreieinhalb Meter hohen neuen Niederflurbusse bieten 44 Sitz- und 100 Stehplätze. Sie versprechen ein bequemes Ein- und Aussteigen, können dazu auch abgesenkt werden und haben an einer Tür eine eingebaute Rollstuhl- und Kinderwagenrampe. Neu ist auch die Fahrgastinformation: Erstmals hören die Kunden nunmehr auch in Esslingen, welche Haltestelle ihr Bus als nächste anfährt (siehe neben stehender Artikel "Stimme vom Chip").
Zum Einsatz kommen die neuen Trolley-Busse auf der 30 Kilometer langen elektrifizierten Strecke zwischen den Lerchenäckern und Obertürkheim (Linie 101) sowie zwischen dem Bahnhof Esslingen und dem Zollberg (Linie
118).
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| Esslinger
Zeitung 12.06.2002
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Stimme vom Chip
ESSLINGEN: Welche Haltestelle darf's denn sein?
(biz) - Demnächst werden die Fahrgäste in den neueren Esslinger Bussen nicht nur auf einer Anzeigetafel im Bus lesen können, welche Haltestelle als nächste kommt. Eine Frauenstimme wird ihnen zudem noch freundlich mitteilen: "Charlottenplatz. Zum Arbeitsamt und zur AOK bitte hier aussteigen." Sie gehört der ehemaligen Esslingerin und WLB-Schauspielerin Elisabeth Roth und wird bis zum Beginn des neuen Jahres in allen neun neuen Trolleybussen, in den sieben Citaro-Dieselbussen sowie in acht Duo-Bussen des Städtischen Verkehrsbetriebs
Esslingen (SVE) zu hören sein. Das kündigte gestern jedenfalls SVE-Chef Rudolf Obenland an.
Laut SVE-Betriebsleiter Günther Veith hat Roth ihre Dienste als professionelle Sprecherin bereits der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) zur Verfügung gestellt. "Sie spricht den Text im Studio. Das wird dann digitalisiert und in einem Chip gespeichert." Der kommt in das Ansagegerät des Busses. Die Ansage wird dann gesteuert nach der Entfernung von Haltestelle zu Haltestelle. Nach etwa der Hälfte der Fahrstrecke holt Roth aus, um den nächsten Stopp zu verkünden. Während Anzeigetafeln und Ansagegeräte bei den neuen Bussen zum Standard gehören, muss der SVE laut Veith für die akustische Nachrüstung seiner älteren Busse 3000 Euro pro Fahrzeug hinblättern. Die optischen Fahrgastinfos legt der Verkehrsbetrieb bei seinen älteren Fahrzeugen nicht nach.
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| Esslinger
Zeitung 20.03.2002
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Verkehrsclub für Eigenwerbung
Esslingen (red)
In Kürze werden in Esslingen fabrikneue O-Busse ihren Betrieb aufnehmen. Dirk Rupp, Kreisvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), fordert die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang dazu auf, den Bussen des Städtischen Verkehrsbetriebs (SVE) auch äußerlich ihre
frühere Identität zurückzugeben. Setze der Gemeinderat doch damit auf den langfristigen Erhalt des umweltfreundliche Systems O-Bus. Rupp fordert, die neuen Busse der Linie 101 keinesfalls bis über die Scheiben mit Werbung zuzukleben. "Besonders für die Fahrgäste ist dies eine echte Zumutung", sagt Jörg Kirschner vom VCD-Kreisverband. "Sie haben bei der Fahrt durch die Stadt immer einen Schleier vor Augen." Mehrere Negativbeispiele befänden sich unter den seit dem Jahr 2000 neu beschafften Diesel-Gelenkbussen, bei denen sogar die Streifen mit den Stadtfarben aufgegeben wurden. Der SVE solle die Werbung für fremde Produkte hinter einer Eigenwerbung zurückstellen.
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| Esslinger
Woche 13.03.2002
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Was Rathäuser und Busse gemeinsam haben (könnten);
Auf die Fenster kommt es an
Von Wilhelm Blumerski
Wer beim Anekdotenerzählen aufgepasst hat, kennt die Geschichte von Schilda. Dort
bauten die Bürger ein Rathaus und als es fertig war, merkten sie, dass sie die Fenster vergessen hatten. Um nicht völlig im Dunkeln
hocken zu müssen, wollten sie zu den Ratssitzungen das Licht in Eimern ins
Amtshaus tragen. Die Leutchen wurden als 'Schildbürger' weltberühmt. Nein,
nein, liebe Leser; keine Angst, die hiesigen Rathäuser haben alle noch ihre
Fenster und sie dürften sie auch behalten. Allerdings ist seit geraumer Zeit ein gewisser Trend erkennbar, dass vorhandene Fenster, obwohl für
teures Geld installiert, blitzsauber verglast und regelmäßig hochdruckgereinigt, zunehmend in Ungnade fallen oder zumindest aus der Mode
kommen. Die Rede ist von Gucklöchern in den Omnibussen des ÖPNV, auch von
denen des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen, die teilweise mit bunten
Bildern und Beschriftungen so zugepflastert sind, dass die Zeitgenossen draußen nicht mehr sehen, wer drin sitzt und die drinnen kaum erkennen, was
draußen los ist, was manch einer ärgerlich findet. Am Freitag meldete sich
der Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Esslingen, zu diesem Thema zu Wort. Weil in Kürze in Esslingen neue O-Busse ihren Betrieb aufnehmen
würden, sollte "die Stadtverwaltung die Gelegenheit nutzen, dem stadteigenen Verkehrsunternehmen auch äußerlich seine Identität
zurückzugeben", so VCD-Kreischef Dirk Rupp. Keinesfalls sollten die Fahrzeuge vollständig bis über die Scheiben mit Vollwerbung zugeklebt
werden. Besonders für die Fahrgäste sei diese Beklebung eine echte Zumutung, da sie bei der Fahrt durch die sehenswerte Stadt immer einen
Schleier oder Nebel vor Augen hätten. "Mehrere Negativbeispiele finden sich
unter den seit dem Jahr 2000 neu beschafften Diesel-Gelenkbussen, bei denen sogar die Streifen mit den Stadtfarben aufgegeben wurden", moniert
Rupp. Vielleicht sollte der ÖPNV probeweise bei einem Bus ganz auf Fenster
verzichten und statt dessen den Fahrgästen beim Einsteigen Postkarten mit
Esslinger Stadtansichten aushändigen. Der Bus kann dann beliebig beklebt werden und beim Kauf sparte man obendrein vermutlich noch Geld. Darüber
hinaus könnte sicherlich RTL für ein neues Fernsehfortsetzungsspielchen mit coolen Girls und Boys begeistert werden; in dem der Container durch
einen Bus ersetzt wird. Gewonnen hat, wer vier Wochen Aufenthalt im Bus überlebt, ohne sich ein Auto zu kaufen. Als ersten Preis gibt's den Bus,
die restlichen Postkarten und einen Gutschein für 100.000 Liter Sprit.
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| Esslinger
Zeitung 08.01.2002
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Busse sollen an der Ampel auf die Überholspur wechseln
Vorbereitungen für kürzere Fahrzeiten und bessere Verbindungen - Verbindet Linie
113 künftig den Norden mit Berkheim?
Von Hermann Dorn
Für Fahrgäste der Esslinger Buslinien sind spürbare Verbesserungen in Sicht. Bertram Schiebel, der zuständige Bürgermeister, hält neben kürzeren Fahrzeiten zusätzliche Verbindungen für möglich.
Zeitraubende Wartezeiten an Ampeln sollen der Vergangenheit angehören. Verkehrsexperten untersuchen in der ganzen Stadt, wo die Signale für Busse sofort auf Grün schalten. Fast 30 000 Euro blättert allein die Stadt für die Gutachten hin, die noch im Dezember in Auftrag gegeben worden sind. Schiebel: "Auf den Strecken in Richtung Zoll-
berg und Hohenkreuz verspreche ich mir kürzere Fahrzeiten." Diese Chance sieht er auch auf vielen anderen Linien. Weitere Fortschritte strebt er mit Investitionen an Haltestellen an, die stark genutzt werden. "Wir geben Kunden die Möglichkeit, ihre Fahrscheine am Automaten zu lösen." Verzögerungen bei der Abfahrt will er so vermeiden.
Sorge bereitet dem Bürgermeister, der für den Städtischen Verkehrsbetrieb zuständig ist, die Diskussion über weitere Tempo 30-Zonen. "Solche Regelungen kosten auf den Buslinien wertvolle Zeit." Der Verlust von ein bis zwei Minuten könne den Bemühungen, dem öffentlichen Nahverkehr mehr Attraktivität zu verleihen, schnell einen Strich
durch die Rechnung machen. Schiebel setzt aus diesem Grund auf einen zurückhaltenden Umgang mit diesem Instrument.
Kürzere Fahrzeiten eröffnen die Chance, die Busse in kürzeren Abständen auf die Reise zu schicken. Schiebels Ziel: "Wir wollen den Takt mit dem vorhandenen Personal und Fuhrpark verdichten." Geht die Rechnung auf, halten sich die Kosten für die Qualitätsoffensive in überschaubaren Grenzen. Diese erfreuliche Feststellung verdankt sich auch den hohen Zuschüssen, die für die Investitionen an den Ampeln erwartet werden: Nur 15 Prozent der
Kosten bleiben an der Stadt hängen. Große Hoffnungen verknüpft Schiebel mit einem weiteren Gutachten, das voraussichtlich im März auf dem Tisch liegen wird. Das 100 000 Euro teure Werk gibt die Richtung für das Esslinger Liniennetz der Zukunft vor. Die Auftraggeber erwarten Hinweise für weitreichende Korrekturen. Dazu gehören neue Durchmesserlinien, die nach dem Vorbild der Linie 101 durch die ganze Stadt verlaufen (Obertürkheim bis Oberesslingen) und am Bahnhof nur einen kurzen Stopp einlegen. Die Überlegungen konzentrieren sich auf die Linie
113, die heute zwischen dem Bahnhof und Berkheim verkehrt. Wenn die Experten vorschlagen sollten, die Linie nach Rüdern oder Wäldenbronn zu verlängern, wäre das alles andere als eine Überraschung.
Große Erwartungen weckt das Gutachten in Wiflingshausen, wo die Kunden seit langem ein besseres Angebot
fordern. Kopfschütteln löst der Fahrplan in den Abendstunden aus. Wenn die Linie
112 um 19.05 Uhr in Richtung Bahnhof gestartet ist, vergehen vier Stunden bis zum nächsten Anschluss.
Bevor die besseren Zeiten für die Fahrgäste der städtischen und privaten Busse anbrechen, muss Schiebel noch um Geduld bitten. Bauarbeiten auf dem Post-Areal führen seit Monaten immer wieder zu Verspätungen. Solche Unbotmäßigkeiten stehen auch für die nächsten Jahre zu befürchten. Wenn die Stadt den Bahnhofplatz im großen Stil umbaut, dürfte sich der Fahrplan noch häufiger als Makulatur erweisen.
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